Der Koran wie Imam Ali ihn laut Nahdschul Balagha beschreibt

Dieser Artikel befasst sich mit der Betrachtung des Korans aus der Sicht von Imam Ali (a) auf der Grundlage des Nahdschul Balagha[1].

In der heutigen Welt steht eine Vielfalt von Fragen auf verschiedenen Wissensgebieten zur Debatte und die gewonnenen Erkenntnisse zu diesen Fragen können entscheidend die Vorgehensweise der Eliten menschlicher Gesellschaften in den betreffenden Angelegenheiten beeinflussen und mittels der elitären Gruppen und Denker auch in den Gesellschaften selber Verbreitung finden.

Die Kenntnis des Heiligen Korans ist eine der bedeutenden Themen der Islamkunde und lässt sich als eine der wichtigsten Forschungsangelegenheiten betrachten. Denn die Art der Kenntnis über den Heiligen Koran, des höchsten und wichtigsten Dokumentes für islamisches Denken und Handeln, kann entscheidend zur Entstehung einer wahrheitsgetreuen und gerechten Vorstellung bei Forschern und allen, die islamische Studien vornehmen, beitragen.

Eine der Möglichkeiten, die uns bei der Kenntnis des Korans helfen, besteht in der Betrachtung der Stellungnahmen der großen Persönlichkeiten der Islamischen Welt insbesondere der Gefährten des erhabenen Propheten (sas) und insbesondere in der Betrachtung der Standpunkte einer so herausragenden Persönlichkeit wie Ali ibn Abi Talib (a), der sich als erster Mann zum Islam bekannte und von den geschätzten Gefährten des Propheten (s) diesem am meisten nahe stand und am bedeutendsten ist. Ali, der zu jenen zählt, die den Koran im Gedächtnis hatten und den Heiligen Koran niedergeschrieben haben, war unmittelbar und vollkommen mit dem Koran und den Geheimnissen seiner himmlischen Lehren und der Erklärung seiner Verse durch den erhabenen Propheten (s) vertraut und kannte die Anlässe, zu denen die Verse geoffenbart wurden sowie den Zusammenhang der Verse miteinander. Schon zu Lebzeiten des Propheten (sas) und auch danach war das hohe Niveau der Beziehung Alis (s) zum Heiligen Koran so bekannt, dass sich ein so großer Denker wie Az-Zarkuschi diesbezüglich wie folgt geäußert hat: „Und unter den Prophetengefährten ist Ali (a) der größte [Koran]Exeget und nach ihm Ibn Abbas, und nur diese beiden besitzen die Eigenschaft, die größten Exegeten zu sein. Auch wenn mehr Worte von Ibn Abbas niedergeschrieben wurden als von Imam Ali (a), so verhält es sich jedoch so, dass Ibn Abbas selber von Ali (a) gelernt hat und anderen das, was er von ihm übernommen hat, vortrug.“[2]

Daher kann es jedem Koranforscher etwas nützen und ihm reichlich Ergebnisse liefern, wenn er aus der Sicht Alis (a) über Inhalt, Wesen und die Bedeutung des Heiligen Korans erfährt und die Art und Weise kennt, wie dieser aus den Versen des Korans schöpft.  Im vorliegenden Artikel werden wir einige der Aussagen Imam Alis (a) über den Heiligen Koran betrachten, um damit einen weiteren Blickwinkel für  die Korankunde zu eröffnen, insbesondere dadurch, dass wir  ein solches Wissen  aus den Gedanken und Denkweisen einer Persönlichkeit wie Ali (a) gewinnen.

Bevor wir uns dem eigentlichen Thema dieses Artikels zuwenden, sollten wir  kurz mit der Persönlichkeit und einem Ausschnitt aus der Biografie Imam Alis (a) zur Lebzeiten des erhabenen Propheten (sas) Bekanntschaft schließen.

Kurzer Blick auf Imam Ali (a)

In der Islamischen Welt und unter den internationalen Islamforschern ist kaum jemand zu finden, der an der Tatsache, dass Ali ibn Abi Talib (a) den anderen Muslimen der islamischen Frühzeit und den werten großen Prophetengefährten bei der Unterstützung des erhabenen Propheten (sas) weit voraus war, und an dem Grad seines Wissens und seiner Beherrschung des Heiligen Korans und seiner Vertrautheit mit der Tradition und Vorgehensweise des erhabenen Propheten (s.) zweifeln würde.

Seit seiner Kindheit wuchs Ali (a) in der Obhut des  Propheten (sas) auf und kam so sehr in den Genuss seiner Wesensart und Lebensweise, dass seine Beziehung zum Propheten (sas) tiefgehender war als die Beziehung zwischen Vater und Kind.[3] Wie Ali (a) selber sagt, ist er schon in seiner Kindheit immer und überall an der Seite des Propheten gewesen und war bereits bei ihm, als er sich vor seiner Berufung in der Hira-Höhle [4] zurückzog.[5] Nach der Berufung des Propheten (Bi`that), war Ali (a) der erste von den Männern, die an seine Verkündung glaubten[6] und nach der Bekanntgabe seiner Aufforderung am Yaum ud dar (Tag der Einladung in sein Haus) war Ali der einzige, der den Aufruf des Propheten zur Unterstützung erwiderte, und gleich an diesem Tag hat der erhabene Prophet (sas) ihn seinen Nachfolger genannt.[7]

Während der harten Jahre, in denen die Muslime aufgrund der gegen sie verhängten Wirtschaftsblockade und des sozialen Boykotts im Schi`b (Tal) von Abi Talib lebten, war Ali an der Seite des Propheten und ebenso hat er in der Nacht, in welcher der Prophet die Auswanderung aus Mekka antrat, sein Leben aufs Spiel gesetzt und – damit der Prophet, ohne dass seine Feinde es merken, Mekka verlassen kann – die Nacht auf dessen Lagerstatt  verbracht, obwohl er  von dem Komplott der Quraisch zur Tötung des Propheten wusste.[8] Bei seiner Auswanderung beauftragte der Prophet Gottes (sas) Ali (a), dass dieser alle Güter, die ihm jemand aus dem Volke anvertraut hatte, an seine Eigentümer zurückgibt. Ali (a) führte, nachdem die Quraisch die Suche nach dem Propheten aufgegeben und die Umzingelung seines Hauses aufgelöst hatten, den Befehl des Propheten durch, um dann drei Tage später die Tochter des Propheten, Fatima Zahra (a), zusammen mit Alis Mutter, Fatima Bint Assad, und Fatima, die Tochter des Zubair ibn Abdul Muttalib sicher nach Medina zu bringen.[9]

Nach der Hidschra nach Medina begann die Zeit, in der die Götzendiener den Muslimen Gefechte aufzwangen, und es war auch die Zeit, in der die Muslime die Härten der Auswanderung ertragen mussten. Ali (a) blieb in allen Gefechten an der Seite des Propheten. Trotz einer schweren Verletzung verteidigte er in der Schlacht von Uhud das Leben des Propheten bis zum Schluss[10]. Während der Grabenschlacht zog Ali (a) gegen den Kriegshelden (Amr ibn Abd Wudd), welcher als unbesiegbare Legende der Feinde des Islams galt, ins Gefecht und ging siegreich aus dem Duell hervor. Es war in dieser Schlacht, dass der Prophet Gottes (sas) den Kampf Alis (a) höher bewertete als das Gott-Dienen aller Muslime.[11]

Am Donnerstag, dem 18. Dhu-l Hadscha, ließ der Prophet nach seinem letzten gemeinsamen Hadsch mit seinem Glaubensvolke, der als  Hadschat al Wada (Abschiedshadsch) bekannt wurde, alle Pilgerkarawanen in Dschufa, neben einem Teich namens Ghadir Chum, haltmachen. Dschufa war die letzte gemeinsame Wegstation der Pilgerkarawanen und danach schlugen sie drei verschiedenen Richtungen ein, nämlich nach Schaam (damaliges Syrien), Irak und Medina, und die Pilger trennten sich voneinander. An jenem Tag hat der erhabene Prophet (sas) eine lange Rede gehalten und zum Schluss seiner Ansprache die Hand Alis (a) hochgehoben und mehrere Sätze gesagt, bis er bei dem Satz angelangte: „Jeder dessen Herr (Maula)  ich bin , dessen Herr ist (nach mir) Ali.“[12]

Ali (a) hat den Propheten nie alleine gelassen und war bis zu seinen letzten Atemzügen neben ihm. Als das Leben des Propheten sich seinem Ende zuneigte, lehnte er seinen Kopf an die Brust von Ali an[13]. Es war Ali, der den Propheten in das Totentuch hüllte und ihn beisetzte. Ali (a), Befehlshaber der Gläubigen, sagt selber darüber: „Wahrlich, die Seele des Propheten Gottes wich aus ihm, während sein Haupt an meiner Brust lehnte…und die Engel haben mir geholfen, als ich die rituelle Ganzwaschung (Ghusl) an ihm vollzog.“[14] 

Jeder gerechte und gründliche Forscher wird nach Betrachtung der Biografie Alis (a) und der einmaligen Merkmale seiner Persönlichkeit nicht daran zweifeln, dass er mehr als jeder andere über den Islam, den Koran und die Sunna und Vorgehensweise des erhabenen Propheten (sas) Bescheid wusste und als beste Person infrage kommt, um über die unmittelbare Lesart des Islams, den Heiligen Koran und die Vorgehens- und Lebensweise des erhabenen Propheten (s) zu erfahren.

Der Heilige Koran wie Ali (a) ihn beschreibt

Der Koran ist eine Manifestation Gottes für die Menschheit

Gott, der Höchsterhabene, ist eine hohe Wahrheit und  grenzenlose Existenz und keinem begrenzten  Wesen ist es möglich zu erkennen, was Er ist. Er ist so hocherhaben, dass, wenn Er sich nicht den Menschen vorgestellt hätte, diese niemals in der Lage gewesen wären, an eine Erkenntnis von Ihm oder eine Beschreibung Seiner Attribute zu gelangen. Ohne dass Er sich durch etwas „verkörpert“ hätte und ohne sich mit einem Phänomen in der Daseinswelt zu vereinen oder in irgendeiner Form für den Menschen sichtbar zu sein, hat er (dennoch) den Menschen Seine verschiedenen Seiten im Spiegel der Daseinswelt gezeigt und ist in jedem Phänomen entsprechend dessen Kapazität als Manifestation hervor getreten.   

Aus der Sicht Alis (a) ist der Heilige Koran eine der besten Manifestationen Gottes, des Höchsterhabenen, und kann zu Recht ein Fenster genannt werden. welches sich für die Erkenntnis Gottes und Wissen über Ihn öffnet. Denn im Koran tritt direkt der Wille Gottes, des Höchsterhabenen, in Erscheinung und er ist Manifestation Seiner Göttlichkeit und ein Spiegel seines Allwissens, Seiner endlosen Weisheit und grenzenlosen Macht. Gott, der Höchstgepriesene, hat sich also in Seinem Buch [dem Koran] den Menschen – ohne dass sie  Ihn zu Gesicht bekommen würden –  durch das, was Er ihnen von Seiner Macht und Stärke vor Augen hält, geoffenbart,  und Er hat sie vor Seiner Strafe gewarnt.[15]

Aus der Sicht Alis (a) hat der Heilige Koran das Wissen, die Macht und die anderen göttlichen Eigenschaften Gottes, des Höchsterhabenen, auf eine Weise deutlich dargelegt, dass der Mensch sie kennenlernen und ihre Bedeutung gut verspüren kann. Die Offenbarungsworte des Heiligen Korans beschreiben Gott, den Höchsterhabenen, und Seine Attribute nicht abstrakt, sondern spiegeln sie realistisch wieder. Diese transparente und umfassende Darstellung mit ihrer tiefen Bedeutung kann außer von Gott, dem Besitzer der Offenbarung und dem Erschaffer des Daseins, vonseiten niemand anderem  hervorgebracht werden. Denn der Heilige Koran beschreibt die Wahrheiten der Welt so verständlich und vollendet, dass die Hypothese, der Mensch könne sie wahrnehmen und darlegen, absolut hinfällig wird, aus dem Grunde nämlich, dass der Menschheit jegliche rationalen und experimentellen Mittel fehlen, um derartig exakt das Dasein, das Schöpfungsgeschehen und seine Stufen zu verstehen und  die Zukunft der Welt in der Ewigkeit vorauszusagen. 

 2 – Der Koran ist ein ewiges wegweisendes Licht für die Geschichte

Die Begriffe „Licht“ und „Dunkelheit“ werden in zahlreichen Versen des Heiligen Korans angewandt und gehören zu seiner Terminologie.[16] Während sich die Koranforscher auf verschiedene Weise zu diesen beiden Begriffe und ihrer Bedeutung im Koran geäußert haben, steht fest, dass sie im übertragenen Sinne gemeint sind, nämlich Helligkeit und Klarheit gegenüber Unklarheit und Verschleierung, Wahrhaftigkeit und Reinheit gegenüber Verschmutzung und Wissen gegenüber Unwissenheit.

Wie bereits zuvor gesagt, ist die Offenbarung ein Wort, welches seitens Gott, dem Wissenden und Weisen, herab gesandt wurde, um den Menschen den Weg zu zeigen. Auch hieß es, dass dieses Wort die Beschreibung von Wahrheiten enthält, bei deren Kenntnis und bei der Ausrichtung des Lebenskonzeptes nach ihnen, das leibliche und  geistige Leben der Menschen positiv beeinflusst und eine feste Verbindung  zwischen ihnen und den sichtbaren und verborgenen Wahrheiten der Daseinswelt hergestellt wird. Daher hat sich der Heilige Koran als ein Buch vorgestellt, das seine Anhänger zur Helligkeit führt und sie aus der Finsternis errettet.

Diese besondere Eigenschaft des Heiligen Korans findet auch in den Ausführungen Alis (a) Widerhall, so dass er sagt: „Dann sandte er den Koran auf ihn herab, ein Licht, das nicht erlöscht, eine Leuchte, deren Strahlenpracht kein Ende kennt, ein Meer, dessen Grund nicht erreichbar ist, und ein Weg, auf dem keiner sich verirrt, der ihn geht, er ist eine Flamme deren Licht nicht erlischt, er trennt zwischen Wahrheit und Lüge, wobei die Strahlen seiner Beweise nicht erlöschen, er ist ein Bauwerk, dessen Pfeiler nicht zerbrechen und ist ein Heiler, der schreckliche Krankheiten heilt; er ist eine Macht, die seine Helfer keine Niederlage erleiden lässt,  und eine Wahrheit, deren Unterstützer nicht besiegt werden.“[17]  An anderer Stelle sagt Ali (a): „Er (der Prophet) wurde zur Verkündung der Botschaft berufen und bestätigte, was bei ihnen war, nämlich die vorhergehenden  Himmelsbücher, und überbrachte selbst ein Licht, dem gefolgt werden sollte: das Licht des Korans.“[18]  Und an einer wiederum anderen Stelle sagt er auch: „Nur mit ihm können die Finsternisse getilgt werden.“[19]

Ali (a) nennt den Heiligen Koran ein Licht und sagt, dass es ohne Zufluchtssuche bei ihm  nicht möglich ist, irgendeiner Finsternis zu entkommen, ob diese Finsternisse nun spiritueller, gedanklicher, moralischer oder seelischer Natur sein sollten oder mit der Überzeugung des Menschen zu tun haben, oder ob es sich um andere Finsternisse handelt wie Unwissen, Unvernunft, Unrecht, Versuchung, Unruhe, Aufruhr, Ungehorsam oder ähnliches.

Man beachte, dass der Große Prophet (sas) in einer Zeit gesandt wurde, wo 500 Jahre seit den vorherigen Propheten vergangen waren und wo in vielen Fällen ein Teil der Menschen wegen dieses Abstandes die Lehren der Vorgänger des Propheten vergessen oder etwas an ihnen geändert und sie mit Aberglauben vermengt hatte. Aber Prophet Muhammad (sas) hat die Propheten, die vor ihm gewesen waren, ebenso wie deren himmlischen Lehren bestätigt  und er verkündete den Menschen den Koran, den Gott ihm gesandt hatte und dessen Verse in seinen Grundlehren mit den Lehren und den Geboten der vorherigen Propheten völlig im Einklang standen. Daher ist der Heilige Koran nichts anderes als die wegweisende Leuchte, die von Hand der vorhergehenden Propheten angezündet worden war, deren Licht jedoch mit der Zeit und im Laufe der Ereignisse an Wirkung verloren hatte. Dieses Licht leuchtete jedoch diesmal an einem höheren und ewigen Horizont auf, und dem Wort Gottes wurde durch Seinen Letzten Propheten ein fester Platz  am Weg der Rechtleitung der Menschen verliehen.  

An einer anderen Stelle des Nahdschul Balagha lesen wir: „Wisset, dieser Koran ist wahrlich der Ratgeber, der niemals täuscht, der Wegweiser, der nicht in die Irre führt, und der Sprecher, der niemals lügt.“[20]

Bei näherer Betrachtung dieses Ausspruches lassen sich daraus mehrere Punkte bezüglich der Denkweise Imam Alis (a) über den Heiligen Koran gewinnen: erstens, dass Ali (a) den Heiligen Koran als ein wegweisendes, lenkendes Buch vorstellt, welches den Menschen niemals fehlleitet, und zweitens dass er ihn ein Buch nennt, welches dem Menschen aufrichtig die Wahrheiten der Welt mitteilt und ihn nicht täuschen will.

Die Irreführung anderer geht entweder darauf zurück, dass der Wegführer sich selber im Irrtum befindet und unwissend ist, oder es ist das Ergebnis seiner Begierde, an einen Vorteil zu gelangen, an den er auf andere Weise nicht gelangen kann.  Beides kommt für den Heiligen Koran nicht infrage. Denn er ist das Wort Gottes, des Allwissenden und Allmächtigen, der auf nichts angewiesen ist, die Welt erschuf und über ihr Äußeres und ihr Verborgenes im Bilde ist. Daher ergibt es in Bezug auf die Heiligkeit Gottes, des Höchsterhabenen,  keinen Sinn und kommt nicht in Frage, dass Er einen Vorteil nicht besäße und ihn erst (durch Belügen und Täuschen der Menschen) erzielen wollte oder dass Er unwissend wäre. Allein schon die Annahme ist falsch.

Der Heilige Koran ist das Wort des Herrn, der über alle äußerlichen und verborgenen Angelegenheiten des Menschen im Bilde ist und die Wege des Wachstums und der Vervollkommnung aller Wesen aufgrund Seiner Weisheit und entsprechend Seiner Göttlichkeit bestimmt hat. Er hat den  Menschen durch Aussenden von Propheten und Herabsenden der Himmelbücher den Weg zu der ihnen gebührenden Vollkommenheit gewiesen; dies insbesondere durch den Heiligen Koran, der die letzte und vollständigste Ausgabe der Himmelsbücher ist und in einer für den Menschen verständlichen Form erneut die wahre Geschichte des Daseins vom Anfang bis in die Ewigkeit wiedergibt.

Diese letzte Offenbarung, mit der Gott die Menschheit bedachte, ist nicht nur selber ein vollendetes Buch, welches  alles, was die Rechtleitung und die Glückseligkeit und Rettung der Menschen erfordert, auf schönste Weise erklärt, sondern das religiöse Denken der Menschen wird nur im Lichte seiner Wegweisungen den Gipfel seiner Vollkommenheit erreichen können.  „Gott hat für euch das Buch (den Koran) herab gesandt, welches alle Dinge erläutert,  und Er hat Seinen Propheten so lange unter euch leben lassen, dass Er für euch und für ihn die Religion, die Seine Zufriedenheit findet  und die Er in Seinem Himmelsbuch herab gesandt hat, vollendet.“[21] 

Mit Beginn des Islams und der Offenbarung des Heiligen Korans geriet die Struktur  (bestehend aus Dingen wie Ignoranz und Unwissenheit), welche die Horden Satans erbaut hatten, um die Menschen zu verführen, heftig ins Schwanken und ließ die Herrschaft dieser Horden über die Menschen auf ein mächtiges Hindernis stoßen. Es handelte sich um eben jene Konstruktion, die in verschiedenen sichtbaren und unsichtbaren Formen der Götzenverehrung, allen möglichen Arten moralischer Verkommenheit und der Ausübung von Unrecht gegen eine Person oder die Allgemeinheit in der menschlichen Gesellschaft zustande gekommen war.

Auch wenn es auf dem Markt für die Befolgung der Eingebungen des Iblis und seiner Verlockungen bis ans Ende der Welt immer Kunden für die Ignoranz gegenüber dem Wissen und der Praxis gibt, so war es nach der Offenbarung des Heiligen Korans für Iblis sehr schwierig geworden, mit seinen Verlockungen auf den Verstand und den Glauben des Menschen überzugreifen, insbesondere was die wahren Befolger des Heiligen Korans betrifft. Der Weg zur Einflussnahme wurde so  beschwerlich für Satan, dass wahre  Gläubige im Herzen sein Geschrei vernehmen: „Wenn der Prophet (Gottes Segen sei auf ihm und seinem Haus) auf den Propheten herab gesandt wurde, hörte ich den Satan jammern und schreien. Ich sagte: `O Prophet Gottes. Wer jammert da`? Er sagte: `Das ist Satan, der die Hoffnung aufgegeben hat, angebetet zu werden`. Und er sprach:  `Ali! Du hörst das, was ich höre, und du siehst das, was ich sehe, mit der Ausnahme, dass du kein Prophet bist, aber du bis mein Wezir (Bevollmächtigter) und gehst den Weg des Guten“.[22]

Aus der Sicht Alis (a) hängt die Rechtleitung durch dieses ausgestrahlte göttliche Licht davon ab, dass der Mensch sich nicht nur verbal sondern mit Leib und Seele für  seine Verwirklichung einsetzt, so dass die Verse des Korans in seinem praktischen Leben realisiert werden.  Denn der Heilige Koran ist die beste Quelle für die islamischen Lehren, er nennt alle moralischen Tugenden und gibt die göttlichen Ratschläge zur Hand. Aus der Sicht Alis (A) wurden die Grundlagen aller guten Taten und die Ursachen für alle schlechten, Pflichten und Verbote, gute und schlechte Eigenschaften und rechtschaffene und verwerfliche Denkweisen im Koran beschrieben und hat ihn dieses besondere Merkmal zu einem einzigartigen Buch werden lassen. Daher nimmt  in der Rede Alis (a) immer wieder die Aufforderung an die Menschen, sich dem Koran zuzuwenden und nach seinen Geboten zu handeln, einen besonderen Platz ein: „Gott, der Höchsterhabene sandte ein rechtleitendes Buch herab, in welchem Er Gut und Schlecht verdeutlichte. So nehmt den Weg des Guten, damit ihr rechtgeleitet werden, und wendet euch ab vom Schlechten, damit ihr dem rechten Weg folgt.“[23]

Ali (a) sieht im Koran ein Buch mit vielfältigen Wirkungen, die eines gemeinsam haben, nämlich dass sie Licht spenden, den Weg weisen und aufklären, wodurch  der rechte Weg vom Irrweg klar erkennbar wird, der richtige Weg vom Pfad der Abweichung und dem Niedergang unterschieden werden kann und die Karawane der Menschheit durch die unwegsame Wüste des Lebens dem Endziel zugeführt wird, nämlich dem diesseitigen Wohl und der Glückseligkeit im Jenseits.

3 – Der Koran besitzt ein wunderbares Äußeres und ein tiefblickendes Inneres

Der Heilige Koran besitzt in den Augen von Ali (a) ein Äußeres und ein Inneres. Das Äußere des Korans tritt in Form der arabischen Sprache in Erscheinung und besteht aus den Wörtern und Begriffen, ihrer vorrangigen Bedeutung und ihrer Zusammensetzung. Bereits geringe Arabischkenntnisse genügen, um jemanden zur Bewunderung über die Sprache und das Äußere des Heiligen Korans zu veranlassen. Der Heilige Koran ist einerseits wegen seiner Wörter und deren schönen klangvollen und harmonisierenden Zusammenstellung und andererseits wegen der Anwendung von einmaligen literarischen Mitteln der Ästhetik und der flüssigen Ausdrucksweise und Eloquenz der Verse mit seinem  Äußeren und seinen Sätzen so ausgesprochen schön, erstaunlich und einzigartig, dass sein Liebreiz auf emotionaler und seelischer Ebene bei demjenigen, der ihn verliest, und demjenigen, der ihm zuhört, eine tiefe Wirkung hinterlässt.  Abgesehen von der äußeren Form der Wörter und Sätze, erreicht auch deren primäre Bedeutung das Herz dessen, an den sie sich richten und gefallen ihm, denn sie verstößt nicht gegen die menschliche Vernunft und steht im Einklang mit der menschlichen Natur (Fitra). Wir lesen zum Beispiel im Koran, dass es für den Menschen nichts anderes geben wird als das, worum er sich (selbst) bemüht, (39) dass sein Bemühen bald gesehen werden wird, (40).[24] Anhand dieser Verse versteht der Mensch ohne weiteres, was der Heilige Koran meint, nämlich dass das Schicksal des Menschen von seinen Entscheidungen und seinen Bemühungen abhängt und dass er schließlich den Folgen seiner Anstrengungen begegnen wird. Dies ist genau das, was die menschlichen Natur und der Verstand des Menschen als wahr empfindet und spürt, ohne irgendeiner anderen Wissensquelle zu bedürfen. „Wahrlich, das Offenkundige des Korans  ist elegant, und sein Innerstes ist tief. Seine Wunder werden nicht vergehen, ebenso wenig wie seine verborgenen Geheimnisse. Nur mit ihm können die Finsternisse getilgt werden.“[25]

Im Zusammenhang mit der Rechtleitung durch den Koran haben wir gesagt, welche Rolle das Handeln des Menschen dabei spielt, inwieweit er in den Genuss der Rechtleitung der göttlichen Offenbarung kommt.  Ähnlich wird der Nachvollzug der tieferen Bedeutungen und Inhalte der Koranverse denjenigen gewährt, die – zusätzlich zu dem dafür erforderlichen Wissen – mit einem reinen Herzen den Versen des Korans begegnen und aufrichtigen Herzens auf dem Weg zur Vollkommenheit sind;  diejenigen nämlich, die nach der Wahrheit suchen und sie lieben. Denn die Liebe zur Erkenntnis der Wahrheit ist das höchste Zeichen dafür, dass die Gott gegebene Natur des Menschen heil ist, und sie ist der Weg, auf dem der Mensch gedeiht und Gott, dem Höchsterhabenen, näher kommt. 

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass mit der  Inhaltstiefe des Korans nicht gemeint ist, dass er kompliziert und dermaßen verschlüsselt wäre, das keiner ihn versteht. Vielmehr zeigt es, wie sehr der Koran in der Lage ist, wichtige Angelegenheiten des Menschen und des Daseins vielschichtig und linear zu behandeln, in dem Sinne, dass jeder Grad des Koranverständnisses  dem Menschen ein Fenster zu einem noch tieferen Verständnis öffnet, und der  Mensch tiefere Bedeutungen eines Verses entdeckt, die über seine allgemeine offenkundige Bedeutung hinausgehen, so dass er in seiner Beziehung zur Daseinswelt neue Stufen erreichen kann.

4 –  Der Koran verdeutlicht die Vergangenheit und die Zukunft des Menschen und die Heilung seiner Leiden

Die Menschheit ist wie eine geschlossene Einheit, die sich auf einer langen Strecke bewegt, während die Erfahrungen der Vergangenheit und die Perspektiven am Horizont ihrer Zukunft, eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie die Gegenwart aussieht. Der ehrliche Bericht über das, was die Menschheit erlebt hat, kann als Wegleuchte dienen, damit die Menschen dank ihres Lichtes den Horizont ihrer Zukunft entwerfen und diejenigen Eigenheiten ihres Lebens in der Gegenwart ausfindig machen, welche die Erreichung dieser Zukunftsperspektive gewährleisten. Der Mensch wird ohne seine vorherigen Erfahrungen weder eine Zukunft für sich sehen, noch sich nach einem Sinn für seine Gegenwart fragen.

Da die Himmelsbücher, insbesondere der Heilige Koran, den Menschen geoffenbart wurden, um sie in die Bahn zur Vervollkommnung zu leiten und auf dieser Bahn zu begleiten, bleibt auch der Koran der obigen Angelegenheit gegenüber nicht gleichgültig und spricht zu verschiedenen Anlässen über die Lehren der Vergangenheit und die zukünftigen Perspektiven der Menschen.

Ali (a) sieht im Heiligen Koran ein Buch, welches zum Menschen über seine Vergangenheit und Zukunft spricht, und zwar auf eine Weise, dass jemand, der über seinen Inhalt  nachdenkt, nicht nur aus der Vergangenheit der Welt lernt und den Horizont, der in Zukunft vor ihm liegt, klar erkennt, sondern in diesem Buch auch den Weg, auf dem er die grundlegenden Bedürfnisse in seinem Leben erwidern kann, finden wird, so dass er im Licht der Lehre, die die Verse dieses Himmelsbuches ihm mitgeben, die Missgeschicke und Unebenheiten in seinem Leben durch Glück und Glätten des Weges ersetzen kann. Wisset, dass der Koran Wissen von dem enthält, was kommen wird und über die Ereignisse der Vergangenheit berichtet; dass er Arznei für eure Krankheiten und Regulierung aller Dinge ist, die euch selber und eure Gemeinschaft betreffen.“[26]

Auch wenn es verschiedene Standpunkte unter den islamischen Denkern darüber gibt, was es mit „die Mitteilung des Wissens darüber, was kommen wird“ im Heiligen Koran auf sich hat, so besteht keine signifikanter Unterschied zwischen ihren Meinungen, wenn es um den Bericht über frühere Zeiten geht. Denn der Heilige Koran hat sich überall in seinen Versen – nicht um etwas zu erzählen, sondern  mit dem Ziel der Rechtleitung – über  Abschnitte  der Geschichte oder der Biografie vorheriger Propheten oder vorhergehender Völker berichtet.

Was die Verkündung von Wissen über die Zukunft betrifft, so hat man sich unterschiedlich darüber geäußert. Einige Koranexegeten sind der Meinung, dass es dabei um Dinge  geht, die die Welt nach dem Tod betreffen wie die Abrechnung über die Taten des Menschen, das Überqueren der Sirat (schmale Brücke über der Hölle), das Paradies und die Hölle.[27] Zwar hat der Heilige Koran deutlich von den genannten Dingen gesprochen und darüber unterrichtet, was  den Menschen erwartet, nachdem er die stoffliche Welt durchquert hat und die ewige Welt betritt, aber die allgemeine Bedeutung, wie sie bei Ali (a) vorkommt, zeigt, dass sich die Mitteilung des Korans über die Zukunft nicht ausschließlich auf die Welt nach dem Diesseits bezieht, sondern in einigen Fällen eindeutig von den zukünftigen Ereignissen in der hiesigen Welt die Rede ist.[28]  Der Koran spricht in einigen weiteren Fälle von Regeln, aufgrund derer die  Generallinie erkennbar wird, welche die  Zukunft der Welt kennzeichnet.[29] Außerdem lässt sich möglicherweise dank größerer und tiefgehender Kenntnis über die endlosen verborgenen inhaltlichen Schichten der Koranversen noch mehr sowie anschaulicher und klarer über die zukünftigen Ereignisse erfahren. Dabei handelt es sich um eine Kenntnis, welche  gemäß dem Glauben der Muslime der 12er Schia, nach dem Erhabenen Propheten nur noch die 12 Imame aus der Nachkommenschaft des Gesandten Gottes besitzen.  Einige andere muslimische Korankommentatoren haben das Thema (Wissen über die Zukunft)  auf den Beginn der Schöpfung und die ersten Phasen der Erschaffung der Welt bezogen.

Wie gesagt, kann der Mensch, wenn er sein Gestern kennt und Einsicht in die Perspektiven der Zukunft gewonnen hat, sein Heute aufgrund der vorherigen Erfahrungen und aufgrund der Zukunftsziele planen und regeln. Es darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Menschheit, so meisterhaft sie auch die Angelegenheiten ihres stofflichen Lebens geplant und geregelt haben mag, bei der Planung für ein menschenwürdiges Leben und für eine höhere Sinngebung ihres Lebens nur sehr schwach vorgegangen ist. Das heutige Leben der Menschheit ist gezeichnet von großen Problemen und Leid, welches den Menschen ungewollt widerfährt oder welches sie erfahren, ohne zu wissen, wie sie es beseitigen können. Ali (a) sieht dieses Dilemma der Menschheit in der praktizierten Abwendung von der Offenbarung und er rät den Menschen, den Heiligen Koran zu nutzen, um sich von diesen niederschmetternden Übeln, welche Seele und Psyche des Menschen erfassen, zu befreien. „Wendet euch mit der Bitte um eure Heilung an den Koran und bittet um seine Hilfe bei Härten, denn der Koran enthält die Heilung der schlimmsten Krankheiten, nämlich Unglauben, Heuchelei, Widerspenstigkeit und Irrtum“.[30] Imam Ali (a) sieht im Koran das Heilmittel für die Leiden und Probleme des Menschen, welches ihn aus den Nöten befreit.

Der Heilige Koran zeigt dem Menschen nicht nur die Wege, wie er sich von den Leiden, welche aus der Trübung seiner Seele durch Mangel an Moral hervorgehen, befreien kann,  sondern er heilt auch das Leid, welches von der Desorientiertheit des Menschen und der fehlenden Sinngebung seines Lebens herrührt. Dieses Offenbarungsbuch macht dem Menschen deutlich, wozu er existiert, indem er ihm erklärt, was und wie die Daseinswelt ist. Es beantwortet die offenen Fragen des Menschen, damit er aus der Ratlosigkeit erlöst wird und damit sich alle Potentiale seines Wesens vollständig entfalten können.

5 – Der Koran: ein umfassendes Buch, welches alles enthält, was der Mensch für die Rechtleitung braucht

Nachdem der erhabene Prophet (sas) die Welt verlassen hatte, gab jeder seiner Gefährten die religiösen Lehren entsprechend seines Verständnisses und Wissens an die anderen Muslime weiter. Dies hatte zur Folge, dass einige der Prophetengefährten (Sahaba) oder jene, die ihnen folgten (die Tabiun)[31] im Namen des Islams und Korans etwas verbreiteten, was nichts mit dem Islam und Koran zu tun hatte. Es war  eher von ihnen ausgedacht worden und ging auf ihre persönliche Interessenerwägungen zurück, als dass es als Resultat der religiösen Texte und des religiösen Denkens gelten konnte. Infolgedessen hat Ali ausdrücklich über dieses Vorgehen gesprochen, da es den Eindruck erweckte, die Lehren des Heiligen Korans wären unzureichend, und er hat sich mit ihrem falschen Rückschluss auseinandergesetzt. Denn aus der Sicht Alis (a) hat der erhabene Prophet (sas) nichts von der Offenbarungslehre für sich behalten und hat der Heilige Koran alles, was der Mensch auf dem Weg der Rechtleitung und für seine Glückseligkeit braucht, mitgeteilt. „Und Gott, der Hochgepriesene spricht (Wir haben im Buch nichts vernachlässigt ) und (darin ist die klare Darlegung von allem)[32]. In den Augen von Ali (a) ist der Koran ein allumfassendes Buch, welches nichts von dem übersehen hat, was für die Rechtleitung des Menschen zu seinem ewigen Glück notwendig ist, ob nun dieses Bedürfnis auf dem Gebiet des Denkens oder der Moral oder im Bereich der religiösen Handlungen besteht. Denn einen Teil von dem, was der Koran an Wissen vermittelt, hat er im Rahmen seiner allgemeinen Lehre und einen anderen Teil im Rahmen bestimmter zu praktizierender Gebote erklärt. „Dieses Buch ist das Buch eures Herrn, dass eine klare Grenze zieht zwischen erlaubt und verboten, religiösen Pflichten und zusätzlichen würdigen Werke, ersetzenden und ersetzten  Geboten, Erlaubtem und Pflichten, Besonderem und Allgemeinem, lehrreichen Begebenheiten und reinen Verbildlichungen,  allgemeingültigen und bedingten, deutlichen und geheimnisvollen. Seine kurz gefassten Verse und seine komplizierten Stellen erläutert er. Die Kenntnis eines Teils seiner Wahrheiten ist, gemäß dem Bündnis, welches Gott in Seinem ewigen Wissen  mit allen geschlossen hat, verpflichtend und der Erwerb von Kenntnis über andere Teile ist den  Dienern Gottes freigestellt. Ein Teil der Gesetze wurde im Koran unterstrichen, aber sie sind durch die  Vorgehensweise des Propheten (Sunna) aufgehoben worden, genauso wie in einigen anderen Fällen die Einhaltung von Geboten durch die Vorgehensweise des Propheten betont wurde, während der Koran erlaubt hat, sie beiseite zu lassen“.[33]  

6 – Der Koran ist der feste Halt für das religiöse Leben des Menschen

Eine der herausragenden Eigenschaften des Menschen besteht in seiner Erziehbarkeit, und dieser Eigenschaft haben alle Religionen und Humanwissenschaften Beachtung geschenkt. Auch wenn die Erziehbarkeit nicht auf den Menschen beschränkt ist und viele Lebewesen sich mit verschiedenen Methoden für bestimmte Zwecke erziehen lassen, so ist jedoch der Mensch das einzige Wesen, bei dem ein großer Teil seiner Formbarkeit mit seinem freien Willen und seinem persönlich Wunsches verknüpft ist. Der Mensch ist ein Wesen, das sich seiner selbst bewusst ist. Er wählt seinen Lebensweg und seine kurz-, mittel- und langfristigen Ziele anhand seines Wissens über sich selber und ist sogar in der Lage – aufgrund des Entschlusses zur Selbsterziehung gemäß der von ihm akzeptierten Vorbilder – Einflussfaktoren wie genetische Veranlagungen, das Milieu, in dem er aufwächst, geistiges und kulturelles Erbe, sowie Bräuche der Gesellschaft, zu überwinden, um sich zu einem neuen Menschen zu erziehen, und sein Leben in Richtung seiner festgelegten Ziele zu lenken. Es gehört zu dem Auftrag aller Propheten und insbesondere des Großen Propheten (sas) eine göttliche Erziehungslehre zu verkünden und die Seele der Menschen zu läutern und von der Patina unzulänglicher Denkweisen wie dem Materialismus zu befreien und sie in die Bahn des menschlichen und Gott zugewandten Wachstums zu lenken.[34] Dennoch wird nur jemand aus  diesem göttlichen Segen, den der Prophet Gottes überbracht hat, Nutzen ziehen, der bewusst an Gott glaubt und die Lehren der Propheten befolgen will.[35] 

Jene Gruppe von Menschen, die die Welt auf das Reich der Materie begrenzt sehen, beschränken auch die Frage der Erziehung des Menschen auf die Gewährleistung der Interessen eben dieser materiellen Welt, und falls sie von den moralischen und menschlichen Tugenden sprechen sollten, so tun sie dies ihm Rahmen der Erwiderung der Interessen des Einzelnen oder der Oberen und der Herstellung der Kollektivinteressen im materiellen Leben. Aber diejenigen, die dank der Rechtleitung der monotheistischen Religionen und Propheten Gottes davon befreit werden, ihr Leben auf die stoffliche Welt und das Diesseits beschränkt zu sehen, und an die Ewigkeit glauben, suchen nach einer Erziehung, die ihrem Bewusstsein und ihrem Glauben gerecht wird; eine Erziehung, die nicht nur die Erreichung menschlicher und Gott wohlgefälliger Tugenden im Diesseits gewährleistet, sondern die den Menschen bis in die Ewigkeit begleitet und auch das Glück im ewigen Leben für ihn mit sich bringt. Aus der Sicht dieser Gruppe von Menschen erhöht der Erwerb von moralischen und menschenwürdigen Tugenden den Wert seiner Existenz und ist eine Art Gott-Dienen und Gottesanbetung. Die religiöse Erziehung und der Erwerb von Vorzügen auf dem Gebiet des Wissens und des Handelns gilt daher gemäß ihrer Denkweise, ungeachtet jeglicher kleiner oder großer Vorteile für den Einzelnen oder die Gesellschaft,  für sich als unabhängiger Wert.

Unterdessen führt manchmal die Häufung von Diskrepanzen zwischen den Zielen und den Notwendigkeiten des stofflichen Lebens auf der einen Seite und einem Gott wohlgefälligen, menschenwürdigen Wandel  und der ewigen Glückseligkeit auf der anderen dazu, dass der Mensch die Wahrheit seines Seins und der Ewigkeit vergisst, so dass er den richtigen Weg nicht vom Irrweg und das wahre  Glück  nicht von dem flüchtigen Genüssen, die ewige Pein mit sich bringen, unterscheidet. In solchen sensiblen Momenten bedürfen die Menschen eines festen Halts, auf den sie sich immer verlassen können und an den sie sich bei Finsternissen, in denen sie nicht wissen, was richtig ist und was sie tun sollen, festklammern können, um nicht von ihrem Weg zum ewigen Glück abzukommen. Aus der Sicht Alis (a) ist der Heilige Koran dieses Haltetau, das vom Himmel aus der Nähe zu Gott herabhängt, wobei das eine Ende mit dem ewigen Wohl und der Annäherung an Gott verknüpft ist und das andere Ende bis ins Diesseits hinab reicht. Es ist das Buch, welches sich einerseits der Erziehung und Veredelung derjenigen, die den Weg der Rechtleitung gehen wollen und befolgen, widmet und sie auf der anderen Seite vor der Gefahr rettet, sich zu verirren und abzustürzen.

Da die stoffliche Welt mit ihren Reizen und Herausforderungen den Menschen ständig der Gefahr dieser Unachtsamkeit und dieses schweren Verlustes aussetzt, muss der Wanderer auf dem Pfad der Rechtleitung immer in einer Hand das göttlichen Tau halten, während er mit der anderen an seiner Erziehung gemäß der Lehren des Korans arbeitet. Denn nur diejenigen, die die Rechtleitung möchten, werden genügend in den Nutzen des rechtleitenden Lichtes des Korans gelangen und sonst keiner.

Daher empfiehlt Ali (a) den Gläubigen, sich vom Koran erziehen und rechtleiten zu lassen, und sagt, dass es notwendig ist, an diesem Tau Gottes festzuhalten. „Und ihr solltet an dem Buch Gottes, welches ein festes Tau ist und ein klares Licht und heilende Arznei, und allen Durst löscht, festhalten. Es schützt jeden, der sich an ihm festhält, und wer sich an ihm festhält, findet Rettung.“[36]

Ali (a) erklärt den Heiligen Koran zu einem Buch, welches wenn ein gläubiger Mensch kontinuierlich seinen erzieherischen Weisungen und Lehren folgt, bewirkt, dass er die Welt aus der Sicht des Korans und basierend auf der koranischen Weltanschauung sieht, und aufgrund seiner Lehre hört, was gesagt wird, und durch ihn mit den anderen redet. „Es ist dieser Koran, durch den ihr den Weg der Wahrheit seht und mit dem ihr redet und mit dem ihr hört. Ein Teil des Korans spricht über den anderen und der eine Teil zeugt für den anderen. Die Verse mit Gotteskunde weisen keinen Widerspruch miteinander auf, und wer sich ihm anschließt, den bringt er nicht von Gott ab.[37] Wenn der Mensch diese Stufe der koranischen Erziehung erreicht, nehmen alle Bereiche seines Lebens einen religiöse Prägung an und erinnern an Gott, und alles – von seinem Beweggrund bis zu dem, was er sagt, und bis zu seiner Enthaltung und seinem Handeln – wird eine Veranschaulichung der göttlichen Lehren und Gebote Gottes sein.

7 – Der Koran ist ein ewiges festes Bauwerk und eine unbesiegbare Macht

Die Menschheitsgeschichte ist voller Schicksale von Denkweisen und Anschauungen, die nach Erreichung ihres Höhepunktes auf einmal aufgegeben wurden; Denkweisen, die entweder vollkommen in der Geschichte des menschlichen Denkens und Lebens untergingen oder höchstens nur als Teil dieser Geschichte verblieben sind. In der dauerhaften Geschichte konnte und kann nur jene Serie von Gedanken und Überzeugungen, die weiterhin lebendig, dynamisch und nützlich waren und sind und  die mitreden oder ein Problem der Menschheit lösen können, standhalten.

Die Kette der Lehren von Himmelsbüchern gehört  zu jenen Denkweisen und Überzeugungen, die trotz ihrer Geschichte von mehreren Tausend Jahren immer noch die von Gott verliehene Natur (Fitra) des Menschen ansprechen und Milliarden von Menschen in ihrem magnetischen Anziehungsfeld behalten haben. Jedoch als das einzige Offenbarungswerk, welches zu Lebzeiten des Propheten, der es überbrachte, und unter seiner Aufsicht schriftlich festgehalten, geordnet und gesammelt und bereits im ersten darauffolgenden Jahrhundert zu einem Buch zusammengestellt und durch Abschriften vervielfältigt wurde, tritt der Koran unter den Himmelsbüchern mit herausragenden  Merkmalen als etwas Besonderes hervor.

Ali (a), der selber zu der Schar gehört, die dieses Wort Gottes niedergeschrieben und sich eingeprägt haben, sagt über seine besonderen Merkmale: „Allahs Buch ist unter euch. Es ist ein Redner, dessen Zunge nicht müde wird (die Wahrheit zu sagen); ein Haus, dessen Pfeiler niemals zusammenstürzen und eine Macht, deren Unterstützer niemals besiegt werden.“[38]

Aufgrund dieses Ausspruches lässt sich sagen, dass in den Augen Alis (a) der Heilige Koran, auch wenn er zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort herab gesandt wurde, auf einer Ebene mit der Wahrheit des Daseins verbunden ist, die jenseits von Zeit und Ort liegt, und dass seine Lehren und Worte bis ans Ende der Erde und der Zeit weitergelten werden, weil  Gottes Wille, Seine Herrschaft und Wissen und Seine Weisheit die Quelle sind, aus der er stammt. Zwar ist der Koran still, aber er spricht zu jedem, der mit ihm kommunizieren möchte und dessen Verstand ein offenes Ohr für ihn hat, mit tausend Stimmen, ohne dass der Verlauf der Zeit und die Veränderung des Zeitgeschehens die Wahrheit und die Aktualität seiner Inhalte mindern würden.

Gemäß Ali (a) ist der Heilige Koran ein festes Bauwerk, das mit seinen unerschütterlichen Pfeilern diejenigen, die bei ihm Zuflucht suchen, vor jeder Gefahr schützt und die Satane von ihnen fernhält, die Versuchungen der Verführer wirkungslos macht und die Gefahr beseitigt, dass die bei ihm Zuflucht Suchenden  in die Finsternisse und auf Irrwege geraten. 

Eine Niederlage tritt ein, wenn der Mensch hoffnungslos wird. Die Anhänger des Korans werden jedoch, weil sie in der Atmosphäre der Lehren des Korans verbringen, so stark  und gefestigt, dass keinerlei Probleme in ihrem Leben sie in die Resignation und Depression treiben können. Vielmehr werden sie unbesiegbar gegenüber den zerstörerischen Wellen des stofflichen Lebens. Dies, weil diejenigen, die sich im Schutze des Korans befinden und sich – durch ihr Handeln gemäß seiner Lehren und durch Bereitschaft für die Erziehung durch ihn – zu seiner Unterstützung erhoben haben, dank ihres festen Glaubens an Gott, den Höchsterhabenen, in ihrem Herzen an eine Kraft und Ruhe gelangen, die mit der unvergänglichen Macht Gottes, des Allmächtigen, verknüpft ist.[39] Sie gelangen an diese Kraft und Zuversicht, weil  der Koran eine Manifestation der göttlichen Macht ist, die in unserer Welt offenbar wurde. Jemand wie sie ist ständig darum bemüht, die Zufriedenheit seines Schöpfers zu erzielen. Und diese Anstrengung wird, unabhängig von ihrem Ergebnis im Diesseits, niemals in eine Niederlage münden.    

8 – Der Koran führt zur Erweiterung des Wissens und Minderung der Unwissenheit

Der Koran ist kein Buch, welches nur zum Schmuck von Bücherregalen und Bibliotheken dienen soll und auch kein Text, der nur gelesen werden soll, um eine innere Verbindung zu Gott aufzunehmen und etwas schönes Spirituelles zu erleben … Der Heilige Koran  ist vielmehr ein Buch, mit dem der Mensch kommunizieren und mit dessen Versen er sich gedanklich beschäftigen und über dessen Lehren er nachdenken und nach ihnen handeln muss. Denn der Heiligen Koran ist das Buch, welches Gott, der Höchsterhabene, auf Seinen Letzen Botschafter herab gesandt hat, damit er es den Menschen vorstellt.[40] 

Der Kontakt mit dem Heiligen Koran hat aus der Sicht Alis (a) eine einmalige Wirkung. Diese Wirkung macht sich entsprechend der Intensität dieses Kommunizierens und der Ebene, auf der es geschieht, bemerkbar. „Keiner hat sich mit dem Koran zusammengesetzt, ohne dass er, als er wieder aufstand,  etwas hinzugewonnen hätte oder etwas losgeworden wäre: ein Mehr an Rechtleitung und eine Minderung seiner (spirituellen) Blindheit und seines Irrtums.[41]

In den Augen von Imam Ali (a) ist der Heilige Koran eine leuchtende Fackel , welche  – wenn der Mensch, den Schutz ihres Lichtes suchend, einen Schritt nach vorne tut – ihm den Weg für den nächsten Schritt erhellt und ihm einen größeren Raum offenbart, so dass das Wissen aus dem Heiligen Koran bei jedem Schritt sein Bewusstsein erweitert und die Voraussetzungen für weitere Rechtleitung mit sich bringt. Und je mehr Licht der Mensch dank des Heiligen Koran empfangen hat, umso mehr wird die Finsternis für ihn gespalten werden und werden sein Blick, seine Erkenntnis und seine Einsicht erstarken. 

                                                                    ***

Was in diesem kurzen Artikel untersucht wurde, ist nur ein Teil von den Aussagen Alis (a) über den Koran, welche im Nahdschul Balaagha angeführt werden. Wenn auch nicht alle Äußerungen Alis (a) in Nahdschul Balagha enthalten sind, und wir auch nicht vorhatten, alle seine  in ihm enthaltenen Worte über den Koran einzeln aufzuzählen und in dem vorliegenden Text wiederzugeben, so können noch viele andere Äußerungen Alis (a) über den Koran im Nahdschul Balagha gefunden werden, welche enthüllen, was Ali über den Heiligen Koran und sein Wesen denkt. Ein solches Unternehmen wäre allerdings über den Rahmen des vorliegenden Artikels hinausgegangen.    

[1] Nahdschul Balagha (Pfad der Eloquenz)  ist eine wertvolle Sammlung von Ansprachen, Briefen und edlen Weisheiten des geehrten Imam Ali (a). Diese Sammlung wurde Ende des 4. Jahrhunderts n.d.H. (10.Jhdt. n.Chr.) von Seyyed Radhi (geb. 970 n.Chr.) zusammengestellt.  Wie  Ibn  Al-Hadid  in der Einleitung zu seinem Kommentar zu Nahdschul Balagha schreibt,  wurde dieses Werk wegen seines reichen Inhaltes und seiner einmaligen Sprachfertigkeit  Ach-ul Qur`an ( Bruder des Korans) genannt. Denn die Ausdrucksweise, der Inhalt und die Schönheit dieses Werkes  hat man höher als  das Wort anderer Redner, wenn auch natürlich niedriger als das Wort des Schöpfers eingestuft. Daher haben viele arabischsprachige Literaten die schöne und verständliche und klare Sprache  im Nahdschul Balagha gelobt und dieses Werk als einmaliges Beispiel für arabische Literatur bezeichnet.

Dieses Werk besteht aus drei großen Abschnitten, nämlich Ansprachen, Briefe und kurze Weisheiten. Das Kapitel mit den Ansprachen ist den einzelnen öffentlichen Reden Alis (a) gewidmet.  In den meisten dieser Ansprachen wird die Allgemeinheit aufgefordert, auf die Gottesfürchtigkeit zu achten, die religionsrechtlichen Gebote einzuhalten und  sich von Verbotenem zu enthalten,  oder es werden die  Lehren des Korans und des Propheten dargelegt.  Der Abschnitt „Briefe“  enthält einen Teil der Schreiben des Imams (a) , insbesondere  der Schreiben zur Zeit seiner Regierung, die er an Verwalter und Befehlshaber in verschiedenen  islamischen Gebieten richtete. In diesen Briefen geht es vor allen Dingen um Anweisungen entsprechend der Regierungsmethoden aus der Sicht Alis (a), die Berücksichtigung der Rechte des Volkes  und die Treue zum Prinzip der Gerechtigkeit.

Die Mehrheit der muslimischen Gelehrten der Schi`a und ein Teil der sunnitischen Gelehrten, darunter ibn Abi al-Hadid al-Mutazili ,  bestätigen, dass der Inhalt von Nahdschul Balagha von Imam Ali (a) stammt, und sind davon überzeugt, dass Seyyed Radhi ihn aufgrund der Eloquenz ausgesucht und zusammengestellt hat.  Zudem hat eine Gruppe von schiitischen Denkern in verschiedenen Werken über die Belege für Nahdschul Balagha die Zuverlässigkeit der in diesem Werk vereinten Aussagen beschrieben.

Nahdschul Balagha ist inzwischen in mehr als 18 Sprachen übersetzt worden, und die Kommentare und Mustadrakat  (Anhänge) und Forschungsarbeiten  über dieses Werk sind in großer Anzahl angefertigt worden, wobei einige Quellen deren Zahl auf ungefähr 300 Titel schätzen.

Zurzeit ist man verstärkt auf Nahdschul Balagha aufmerksam geworden, und es wurden zahlreiche Werke in Form von Büchern, Artikeln oder akademischen Abschlussarbeiten  über dieses Werk verfasst. Einige sind der Überzeugung, dass Nahdschul Balagha zu den religiösen Texten gehört, die heute auch einen besonderen Platz in den Häusern der Muslime, insbesondere der Schiiten einnehmen und an der Seite des Heiligen Korans aufbewahrt werden.

[2] Al Burhan fi Ulum al Quran, Bd. 2, S. 293. 

[3] Abdul Malik ibn Hischam, Sirat-ul Nabawiya, Band 1, S. 264; Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 192.

[4] Hira ist der Name eines Berges  in 6 Kilometer Entfernung nördlich von Mekka. Am Südhang des Berges liegt auf einer Höhe von 160 m (eine halbe Stunde Aufstieg) eine Höhle, in der die vorherigen Propheten und Prophet  Ibrahim Gott angebetet haben, und diese Höhle war auch der Ort der Zurückgezogenheit, wo der Prophet Gottes (sas) seinen Herrn pries und zu ihm sprach  und wo die ersten Verse des Korans geoffenbart wurden.

[5] „Er zog sich jedes Jahr  in die Hira zurück, während ich ihn sah, aber niemand anders ihn zu Gesicht bekam“, Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 192.

[6] Ibn Abbas sagt: „Ich war bei Umar und wir kamen darauf zu sprechen, wer den anderen im Islam voraus ist. Da sagte Umar: `Der Prophet Gottes (s) hat in Anwesenheit von mir,  Abu Ubaida und Abu Bakr einige Vorzüge Alis (a)  genannt, und wenn ich nur eine dieser Ehren besitzen würde, wäre es für mich besser als alles, worauf die Sonne scheint. Zum Beispiel legte er die Hand auf Alis (a) Schulter und sprach: O Ali, du bist der erste (männliche) Muslim und der erste Gläubige und du bist für mich wie das, was Harun (Aaron) für Musa (Moses) war`“, s. Abu Isa Muhammad at-Tirmidhi,  Sunan al Tirmidhi, Bd. 2, S. 214; Hakim-e Neyschaburi, Al Mustadrak ala Sahihayn, Bd. 3, S. 112, Abdul Husain Amini, Al Ghadir, Bd. 3, S. 221.

[7] Drei Jahre lang hatte der geehrte Prophet (sas) seinen Aufruf zum Islam nicht an die Öffentlichkeit gebracht. Doch nach diesen drei Jahren und mit der Offenbarung des Verses 214 der Sure Schu`ara („und warne die Nächsten deiner Sippe“),  erhielt er den Auftrag, seinen Aufruf  offen zu verkünden und bei seiner Verwandtschaft zu beginnen. Der Hadith Yaum ud-Dar zählt zu den Überlieferungen, über die alle Muslime einer Meinung sind, s. Ahmad Muhammad ibn Hanbal, Musnad Ahmad ibn Hanbal, Bd. 1, S. 545, Riwayat 883.

[8] Muhammad ibn Dscharir Tabari, Tarich al Rusul wa l Muluk,  Bd. 2, S. 372; Izzuddin ibn Athir, Al Kamil fi Tarich,  Bd. 2, S. 103.

[9] Muhammad ibn  Hasan Tusi, Al Amali, S. 468.

[10] Muhammad ibn Muhammad ibn Nu`man, Al Irschad, Bd. 1, S. 85.

[11]Der Gefechtshieb am Tag des Chanduqs (Grabens)  kommt höher zu stehen als die gottesdienstlichen Werke meines Volkes bis zum Tag der Auferstehung“,  Muhammad ibn Dscharir Tabari, Al Mustarschid, S. 648.

[12] Muhammad ibn Dscharir Tabari, Al Mustarschid, S. 467, Hasan Ibn Yusuf ibn Mutahhar Hilli, Kaschf –il Yaqin fi Fadhail Amir al Muminin, S. 208.

[13] Abdul Husein Amini, Al Ghadir, Bd. 1, S. 10, Muhammad Baqir Madschlisi, Bahar ul Anwar, Bd. 22, S. 476; Muhammad Ismail Buchari, Sahih al Buchari, Kitab ul Ilm, Bd. 2, S. 14;  Muslim Hadschadsch Neyschaburi, Sahih al Muslim, Bd. 2, S. 14; Ahmad ibn Muhammad Hanbal Baghdadi, al Musnad Ahmad, Bd. 1, S. 325; Muhammad ibn Saad ibn Mani` al-Baghdadi, Tabaqat al Kubra, Bd. 2, S. 244.

[14] Ali ibn Abi  Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 197; Muhammad ibn Sa`d ibn Mani` al-Baghdadi, Tabaqat, Bd. 2, S. 263.

[15] Nahdschul Balagha, Predigt 147.

[16] Der Heilige Koran benutzt 194 Mal das Wort Nur ( Einzahl von Licht) und Ableitungen von ihm, während er von dem Wort  Zulma (Einzahl von Dunkelheit)  nur Ableitungen verwendet (ca. 22 Mal).

[17] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 198.

[18] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul-Balagha, Ansprache 158.

[19] Ebenda, Ansprache 18.

[20] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 176.

[21] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 86.

[22] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 192.

[23] Ebenda, Ansprache 167.

[24] Sure (53) Nadschm, Verse 39 u. 40.

[25] Ali ibn Abi Talib (a), Nahdschul Balagha, Ansprache 18.

[26] Ali ibn Abi Talib (a), Nahdschul Balagha, Ansprache 158.

[27] s. Ibn Mitham, Scharh ul Nahdschul Balagha, Bd. 3, S. 273.

[28] z.B. „Wir aber wollten denjenigen, die im Land unterdrückt wurden, eine Wohltat erweisen und sie zu Vorbildern machen und zu Erben (auf der Erde) machen“, Sure (28) Qasas, Vers 5.

[29] z.B. “Und Wir haben bereits im Buch der Weisheit (den Psalmen) nach der Ermahnung (der Thora) geschrieben, dass Meine rechtschaffenen Diener das Land erben werden“, Sure (21) Anbiya, Vers 105.

[30] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 176.

[31] Tabiun ist die Generation nach den Sahaba, die den Propheten (sas) nicht persönlich kennengelernt hat, aber die Prophetengefährten kannte und  ihr Wissen nutzte, s. Dayirat ul Maarif-e Bozorg-e Islami, Bd. 14, Stichwort Tabiin, Ahmad Pakettschi.

[32] Ali ibn Abi Talib, Nadhschul Balagha, Ansprache 18. 

[33] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 1.

[34] „Allah hat den Gläubigen wirklich eine Wohltat erwiesen, als Er unter ihnen einen Gesandten von ihnen selbst geschickt hat, der ihnen Seine Zeichen verliest, und sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich zuvor wahrlich in deutlichem Irrtum befanden“, Sure (3) Al-i Imran, Vers 164.

[35] „Unser Herr, gewiss, wir hörten einen Rufer, der zum Glauben aufrief: ‚Glaubt an euren Herrn.‘ Da glaubten wir. Unser Herr, vergib uns unsere Sünden, tilge unsere bösen Taten und berufe uns ab unter den Gütigen“, Sure (3) Al-i Imran, Vers 193.

[36] Ali ibn Abi Talib (a), Nahdschul Balagha, Predigt 156.

[37] Ebenda, Predigt 133.

[38] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Ansprache 133.

[39] “(Es sind) diejenigen, die glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden. Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe!“, Sure (13) Raad, Vers 28.

[40] „O die ihr glaubt, leistet Allah und dem Gesandten Folge, wenn er euch zu dem aufruft, was euch Leben gibt…“, Sure (8) Anfal, Vers 24.

[41] Ali ibn Abi Talib, Nahdschul Balagha, Predigt 176.

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