Erläuterung der schönsten Namen Gottes (Asma’ ul-Husna) – Allah
Die Erklärung der Bedeutungen der Namen Allahs zählt unter islamischen Gelehrten seit jeher zu den bedeutenden und beachtenswerten Themen. Aufgrund ihrer gesegneten, erkennnisfördernden und praktischen Wirkung wurden zahlreiche Bücher und Abhandlungen darüber verfasst. So Gott will, werden wir – soweit es uns möglich ist – einige der gesegneten Namen Gottes erläutern.
Der erste Name, den wir erwähnen, ist der gesegnete Name „Allah“.
„Allah“ ist ein erhabener und einzigartiger Name, der sich ausschließlich auf die heilige göttliche Essenz bezieht. Er umfasst alle Eigenschaften der Göttlichkeit – sowohl die Eigenschaften der Vollkommenheit als auch jene der göttlichen Majestät und Schönheit.[1]
Mit anderen Worten: Der glorreiche Name „Allah“ bezeichnet die wahre Existenz Gottes. Da alle anderen göttlichen Namen aus dieser wahren Existenz hervorgehen, umfasst dieser gesegnete Name folglich alle Vollkommenheiten und bringt sie zur Geltung.
Die übrigen göttlichen Namen stellen in Wahrheit Erläuterung und Verdeutlichung jener Vollkommenheiten dar, die in der Wahrheit der göttlichen Essenz selbst existieren. Auf eben diese Essenz und höchste Wahrheit wird mit dem heiligen Namen „Allah“ verwiesen.
Aus dieser Erklärung wird deutlich, dass der gesegnete Name „Allah“ die Achse und der Bezugspunkt aller anderen Namen ist.
Da der Name „Allah“ alle göttlichen Attribute in zusammenfassender Weise umfasst und allgemein auf sämtliche Eigenschaften und Namen verweist, gilt er als der besondere und größte unter den göttlichen Namen.
Die übrigen Namen Gottes hingegen weisen jeweils nur auf eine spezifische Bedeutung hin und nicht auf andere. So bezieht sich beispielsweise das Attribut des göttlichen Wissens ausschließlich auf Sein Wissen und nicht auf Seine Macht; ebenso verweist das Attribut der göttlichen Macht nur auf Seine Macht und nicht auf Sein Wissen.
Wie aus den Versen des Korans hervorgeht, war der gesegnete Name „Allah“ den Menschen bereits vor dem Islam bekannt. Selbst die Ungläubigen und Polytheisten kannten und verwendeten diesen Namen. So heißt es in Koran: „Wenn du sie fragst, wer sie erschaffen hat, sagen sie ganz gewiss: ‘Allah.’“ [2]
Die sprachliche Struktur des Namens „Allah“ ist in der arabischen Literatur fest verankert und eigenständig; er ist von keinem anderen Wort abgeleitet. Daher besitzt er besondere sprachliche Merkmale.[3]
Eines dieser Merkmale besteht darin, dass beim Anruf dieses Namens sein „Alif“ und „Lam“ nicht wegfallen. Denn Namen, die von einem anderen Begriff abgeleitet sind, verlieren beim Anruf üblicherweise ihren Artikel. Wird daher gesagt: „Ya Allah!“, bleiben „Alif“ und „Lam“ als wesentliche Bestandteile des Namens erhalten.
Andere göttliche Namen hingegen – wie ar-Rahman, ar-Rahim, al-Khaliq und andere – verlieren beim Anruf ihren Artikel und werden zu „Ya Rahman“, „Ya Rahim“, „Ya Khaliq“ usw.
Ein weiterer äußerst wichtiger Punkt in Bezug auf die Erklärung der göttlichen Namen und den geistigen Nutzen dieser Erörterungen besteht darin, dass der Mensch aus diesen Namen einen gesegneten Nutzen ziehen kann.
„Der wahre Nutzen, den eine Person aus dem Namen ‚Allah‘ ziehen sollte, liegt darin, dass ihr Herz mit der Wahrheit dieses erhabenen Namens durchdrungen wird.
In den Worten bedeutet der Nutzen des Dieners aus diesem Namen die ‚Vergöttlichung‘ – das heißt, im Herzen und im Verlangen ganz auf Gott ausgerichtet zu sein, nichts außer Ihm zu betrachten, sich niemandem außer Ihm zuzuwenden und weder Hoffnung noch Furcht in etwas anderem als in Ihm zu hegen.“ vor Ihm zu haben.[4]
Wenn dieser Name in seiner wahren Bedeutung begriffen wird, entsteht im Herzen des Menschen zweifellos ein fester Glaube. Der Mensch erkennt mit Verstand und Herz, dass Gott ein wirkliches und wahrhaftiges Wesen ist und dass alles andere außer Ihm in seinem Wesen vergänglich ist. Beständig ist nur das, was zu Gott zurückkehrt. In diesem Zustand erkennt der Diener Gottes sowohl sich selbst als auch alles außer Gott zunächst als vergänglich und stellt erst dann durch den Namen „Allah“ eine wahrhaftige Verbindung zu Ihm her.[5]
Al-Ghazali, Abu Hamid: Al-Maqsad al-asnā fī šarḥ maʿānī asmāʾ Allāh al-ḥusnā. (Der edelste Zweck bei der Erläuterung der göttlichen Namen). Herausgegeben von Fadlou Shehadi, Beirut 1971 ↑
Vers 87 der Sure az-Zukhruf ↑
Ar-Rāġib al-Iṣfahānī, Abū l-Qāsim al-Ḥusain ibn Muḥammad: Al-Mufradāt fī ġarīb al-Qurʾān. Herausgegeben von Ṣafwān ‘Adnān Dāwūdī. Damaskus/Beirut: Dār al-Qalam, 1992, S. 82-83 ↑
Faiz Kaschani , Muhsin , Ilm al-Yaqīn fī Uṣūl ad-Dīn, Bd. 1, S. 158 ↑
Mohammad al-Hamoud al-Najdi: An-Nahǧ al-asmā fī šarḥ asmāʾ Allāh al-ḥusnā. Bd. 1, Maktabat al-Imām aḏ-Ḏahabī, Kuwait ,S. 85. ↑
