Erläuterung der schönsten Namen Gottes (Asma’ ul-Husna)
Al-Ghaffār
Dieser gesegnete Name leitet sich von der Wurzel (ghafara) ab und diese Wurzel mit all ihren Ableitungen wird in 202 Versen des edlen Korans verwendet.[1]
Die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes besteht darin, die Wirkung von etwas auszulöschen, und aus diesem Grund wird dieses Wort in Konzepten verwendet, die dies erfordern, wie zum Beispiel „Abdecken“[2], „ Korrigieren“ und dergleichen.
Aber die Bedeutung des gesegneten Namens (Ghaffar), basierend auf der Wurzel des Wortes, ist: Derjenige, der sehr viele Fehler seiner Diener ausradiert.[3]
Einige Große halten die Bedeutung des Namens Ghaffar für identisch mit dem gesegneten Namen (Sattaar), sofern keine Notwendigkeit besteht, die Wirkung von etwas durch die Bedeckung auszulöschen. Dieser Effekt kann bestehen bleiben, aber er ist verdeckt und unsichtbar.[4]
Aber die Bedeutung des ghaffar-Seins Gottes gegenüber seinen Dienern besteht darin, die Auswirkungen menschlicher Sünden oder Fehler im Allgemeinen auszulöschen.
Ja, man kann sagen, dass, wenn die Wirkung von etwas ausgelöscht wurde, sie auch vor den Augen anderer verborgen bleibt, und aus diesem Grund besteht eine Beziehung zwischen diesen beiden gesegneten Namen.
Diese Wirkungen, die der erhabene Gott für Seine Diener auslöscht, sind die Wirkungen von Sünden oder Fehlern, die sie begangen haben. Da sie danach um Vergebung bitten und zu Ihm zurückkehren, haben sie sich Gottes Gnade verdient. Und diese Angelegenheiten können in zwei allgemeine Fälle unterteilt werden.
Erstens Fehler und Sünden, die im Inneren eines Menschen entstehen. Wie sündige Gedanken, die einem in den Sinn kommen, oder Versuchungen, die einen Menschen zur Sünde verleiten. Auch wenn diese Gedanken und Versuchungen nicht in die Tat umgesetzt werden, hinterlassen sie schlechte Auswirkungen in der Seele des Menschen, verdunkeln sein Herz und verleiten ihn zur Verwirklichung dieser falschen Gedanken. Wie von Imam Ali (a. s.) überliefert wird: „Es bedeutet, dass eine Person, die viel über Sünde nachdenkt, dazu verleitet wird, sie zu begehen.“[5]
Wenn also ein Mensch vor seinen hässlichen Gedanken Zuflucht bei Gott sucht und ihn um Vergebung bittet, löscht der erhabene Gott die Auswirkungen dieser Gedanken in seinem Inneren aus, und als Ergebnis kann der Mensch diese hässlichen Gedanken und bösen Versuchungen besser kontrollieren und aus seinem Geist verbannen.
Die zweite Stufe des Erscheinens des Namen Ghaffar handelt davon, die Auswirkungen von Sünden auszulöschen, die in menschlichen Handlungen verwirklicht wurden und der Sünder bereut hat und zu Gott zurückgekehrt ist. Sünden, die ein Mensch begeht, können innere und äußere Spuren hinterlassen. Wenn eine Person beispielsweise lügt, muss sie häufig andere Lügen erzählen, um dies zu vertuschen, oder wenn ihre Lüge aufgedeckt wird, hat dies negative Auswirkungen auf ihr Leben, z. B. diskreditiert sie die Person und andere vertrauen ihr nicht. Aber wenn jemand seine Sünden bereut, sorgt die Wirkung des gesegneten Namens Ghaffar dafür, dass der erhabene Gott diese Wirkungen auslöscht. Deshalb wiederholt ein reuiger Mensch diese Sünde nicht und befolgt sie nicht, oder andere erfahren nichts von seinem Fehlverhalten, als ob Gott diese Sünde vor ihren Augen verborgen hätte.
Aber unser Anteil an der Verwirklichung dieses ehrenvollen Namens in uns selbst ist jener, dass wir uns so sehr bemühen, wie es vernünftig und möglich ist, wenn uns jemand etwas Schlimmes oder Falsches antut und sich dann aufrichtig bei uns entschuldigt, akzeptieren wir seine Entschuldigung und entfernen die Auswirkungen, die das hat, aus unserem Geist. Und was auch immer wir an uns selbst mögen, was vor anderen verborgen bleiben sollte, das sollten wir auch bei anderen einhalten und verbergen, Wie es in den Hadith-Quellen heißt: „Wer die Fehler eines Gläubigen verbirgt, dessen Fehler wird Allah am Tag der Auferstehung verbergen“.[6]
- Muḥammad Fuʾād ʿAbd al-Bāqī, al-Muʿǧam al-mufahras li-alfāẓ al-Qurʾān al-karīm. ↑
- Ibn Fāris, Muʿǧam maqāyīs al-luġa, hrsg. von ʿAbd al-Salām Hārūn, Beirut: Dār al-Fikr, 1979, Bd. 4, S. 385. ↑
- al-Kāšānī, Mullā Muḥsin Fayḍ: ʿIlm al-yaqīn fī uṣūl al-dīn. Bd. 1, S. 170. ↑
- Ar-Rāġib al-Iṣfahānī, Abū l-Qāsim al-Ḥusayn b. Muḥammad: al-Mufradāt fī ġarīb al-Qurʾān. Hrsg. S.609
al-Ġazzālī, Abū Ḥāmid Muḥammad: Al-Maqṣad al-asnā fī šarḥ maʿānī asmāʾ Allāh al-ḥusnā. Qahera,Maktaba al-Koran , S.95. ↑
- Al-Amidi, Abd al-Wahid: Ghurar al-Hikam wa Durar al-Kalim, Bd. 1, S. 623 ↑
- al-Kāšānī, Mullā Muḥsin Fayḍ: ʿIlm al-yaqīn fī uṣūl al-dīn. Bd. 1, S. 170. ↑
