Ein Leitfaden zu Rechten, Pflichten und gemeinschaftlichem Wohl
Einleitung
Die Familie ist eine geehrte, wichtige und konstruktive Institution und hat einen besonderen Platz und tiefe Wurzeln in der religiösen Kultur des Islam. Die Familie ist das Fundament der menschlichen Existenz in der Welt und der erste Ort, an dem jeder Mensch diese Welt betritt. In der Familie wird seine Entwicklung geformt. Tatsächlich ist die Familie die erste Institution, die unsere Persönlichkeit prägt.
Der Heilige Prophet (s.a.a) sagte:
„Die besten Männer meiner Gemeinde sind diejenigen, die ihren Familien gegenüber nicht grob sind und sie nicht beleidigen, mitfühlend sind und sie nicht unterdrücken.“[1]
Die Worte des Propheten sind keine zeremoniellen Worte, sondern völlig strategisch und praktisch. Daher hat jeder Muslim, der sich als Mitglied der Gemeinde des Propheten betrachtet, die Pflicht zum Mitgefühl, und dieses Mitgefühl beinhaltet ein umfassendes Konzept, das über die Bereitstellung von Nahrung, Kleidung und Unterkunft sowie die Erwiderung von Grundbedürfnissen hinausgeht.
Allah erinnert uns im Koran:
„Und zu den Eltern sollt ihr gütig sein und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem verwandten Nachbarn, dem fremden Nachbarn, dem Gefährten zur Seite, dem Sohn des Weges…“[2]
Eines der Beispiele für dieses Mitgefühl ist die Anstrengung, eine sichere und friedliche Umgebung zu schaffen, um den Familienmitgliedern materielles und spirituelles Wachstum und den Genuss eines wünschenswerten menschlichen und religiösen Lebens in dieser sicheren und friedlichen Umgebung zu ermöglichen.
Natürlich ist eine solche Rolle in den religiösen Lehren nicht nur für Männer sondern auch für rechtschaffene Frauen und Ehefrauen ein weiteres wichtiges Element für die Gesundheit und den Fortschritt der Familie.
Ein weiterer in diesem Zusammenhang sehr wichtiger Punkt ist die Art der Beziehung, die zwischen Mann und Frau besteht. Um ein sicheres und liebevolles Zuhause zu haben, müssen Paare ihre gegenseitige Zuneigung ausdrücken, sich respektieren und Respektlosigkeiten und Beleidigungen vermeiden. Aufgrund der seelischen und emotionalen Umstände von Frauen ist die Beachtung dieses Themas für Männer wichtiger.
Allah sagt im Koran:
„„Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch von euch selbst (von eurer Art) Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“[3]
Wie auch der Heilige Prophet (s.a.a) sagt:
„Der Beste von Euch ist derjenige, der zu seiner Familie besser ist, und ich bin besser als ihr alle zu meiner Familie. Nur edle Menschen ehren die Frauen und nur niederträchtige Menschen beleidigen sie.“[4]
Mit dieser leuchtenden Erklärung betont der Prophet (s.a.a) in Wahrheit die Notwendigkeit der Existenz von Liebe und Zuneigung zwischen Mann und Frau. Dann werden die Mitglieder einer solchen Familie stets und in jedem Fall bereit sein, einander in Schwierigkeiten beizustehen. Die Probleme und Schwierigkeiten, die der Alltag für die Menschen hervorbringt, müssen überwunden werden, und das beste Zentrum, das Ihnen helfen kann, diese Schmerzen und Schwierigkeiten zu vergessen, ist die Familie. Grundsätzlich ist eine gesunde Familie das Zentrum der Beruhigung und Heilung aller ihrer Mitglieder, das nur von den Familienmitgliedern selbst gebildet wird.
Die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern sollten so gestaltet werden, dass sie den seelischen Druck auf jedes Mitglied reduzieren und Raum für sein materielles und spirituelles Wachstum schaffen. Gewalt und Mangel an Verständnis und Zuneigung sind die Parasiten einer solchen Familie. Laut dem Heiligen Propheten (s.a.a) ist jeder Muslim, der seiner Familie gegenüber gewalttätig ist und sie beleidigt, ein Tyrann. Das Ergebnis dieses Fehlers ist die Entstehung einer fehlerhaften Familie, und eine fehlerhafte Familie kann keine Basis zur Entwicklung ihrer Mitglieder schaffen.
Familien, die durch Missachtung der genannten Punkte in Schwierigkeiten geraten und vom ursprünglichen Zweck der Familiengründung abweichen, können kein guter Zufluchtsort sein und ihren Mitgliedern keine psychische Gesundheit bieten. Sie verlieren somit ihre Position als emotionale und psychologische Stütze und die ungesunden Beziehungen, die aus den innerfamiliären Konflikten resultieren, beeinträchtigen unmittelbar die emotionale und psychische Stabilität der einzelnen Familienmitglieder und bilden die Grundlage für eine Vielzahl von Schäden.
In den islamischen Überlieferungen wird die Gründung einer Familie mit dem Bau eines Bauwerks verglichen, welches von Gott geliebt wird. Wie wir in einer Überlieferung des Gesandten Gottes (s.a.a) lesen:
„Im Islam ist kein Bauwerk bei Gott beliebter als die Heirat.“[5]
Denn die Ehe bringt viel Segen mit sich. Neben dem materiellen, moralischen und seelischen Segen, die sie Paaren bringt, ist die Familie eine gesunde und kompetente Plattform für die Entwicklung der Menschheit. Denn die Persönlichkeitsbildung eines jeden Menschen steht in direktem Zusammenhang mit seinem Familienleben. In einer gesunden Familie erlebt das Ehepaar eine ruhige, liebevolle, angenehme und sichere Beziehung. Und wenn sie Wert darauf legen, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie neben ihrer körperlichen, geistigen und moralischen Gesundheit auch für die Weiterentwicklung der Gesellschaft nützlich sind, werden sie im Hinblick auf die Erziehung ihrer Kinder besonders sensibel und genau sein.
Einer der positiven Faktoren zur Stärkung und Stabilisierung der Familie ist das Bestehen einer warmen, innigen und respektvollen Beziehung zwischen ihren Mitgliedern. In der heutigen Welt bedroht die unangemessene Nutzung des Internets und einiger Geräte, von Mobiltelefonen über Fernseher bis hin zu PCs, die Existenz und das Funktionieren dieser Verbindungen. Vor allem, wenn Eltern und andere Familienmitglieder die Zeit zwischen ihrem Beruf und der Zeit, die sie mit der Familie verbringen, nicht geeignet einteilen können. Imam Sadiq
(a.s) sagte:
„Ein Mann muss im Haushalt und in Bezug auf seine Familie drei Eigenschaften beachten, auch wenn diese nicht in seiner Natur liegen: Gute Manieren, Großzügigkeit nach Maß, Ehrgefühl mit Selbstbeherrschung.“[6]
Es liegt auf der Hand, dass diese Eigenschaften in der Beziehung der Familienmitglieder untereinander zur Geltung kommen, und je geringer diese Beziehung zwischen den Familienmitgliedern ist, desto wahrscheinlicher ist die Familie verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Aber wenn die Verbindungen zwischen den Familienmitgliedern gesund sind und die Verbindung zwischen den Eltern herzlich ist, wird ein Boden geschaffen, um den Familienmitgliedern mehr Emotionen und Herzlichkeit zu vermitteln, zuträgliche Informationen zu vermehren und moralisches Wachstum und dergleichen weiter zu ermöglichen.
Die Rolle der Familie
Ein weiterer Punkt ist die Rolle der Familie als Quelle der Sicherheit und Unterstützung für die Familienmitglieder. Jeder Mensch braucht für jede wirkungsvolle Tätigkeit eine ihn unterstützende Institution, um seine Arbeit erfolgreich zu verrichten. Die Familie ist für jeden Menschen die größte Stütze. Familienmitglieder kennen die Psyche und Launen des anderen am besten und bleiben einander treuer als andere. Daher kann ein Mensch seiner Familie am meisten vertrauen, wenn er einen Unterstützer benötigt. Die Familienmitglieder sind die einzigen Menschen, die auch unter den schlimmsten Bedingungen bei jemandem bleiben.
Die körperliche Beziehung gehört zu den natürlichen Bedürfnissen des Menschen, und da der Islam allen menschlichen Bedürfnissen Rechnung getragen hat, hat er diesem Bedürfnis auch im Zuge der Ehe besondere Aufmerksamkeit geschenkt und wichtige Empfehlungen für die angemessene Stillung und Regelung dieses Bedürfnisses, welches in den göttlichen, angeborenen und natürlichen Zielen des Menschen wurzelt, gegeben.
Der Unterschied zwischen der Ehe im Islam und anderen ähnlichen Formen der Befriedigung und Regelung sexueller Bedürfnisse besteht jedoch darin, dass ein solches Ziel nach islamischem Denken nur eines der Ziele der Ehe ist, während das eigentliche Ziel, welches sich aus der Befriedigung des ersten Bedürfnisses ergibt, darin besteht, auf der Basis einer vernünftigen körperlichen und emotionalen gegenseitigen Beziehung die Reinigung, Entwicklung und Vervollkommnung der menschlichen Seele zur erreichen und schlussendlich in die Nähe Gottes zu gelangen.
Allah sagt im Koran:
„Sie sind euch ein Gewand, und ihr seid ihnen ein Gewand.“[7]
Dieser Vers macht deutlich, dass die Ehepartner nicht nur körperlich, sondern auch seelisch einander ergänzen und Schutz, Nähe und Geborgenheit spenden.
Dieses Ziel steht im Einklang mit dem Ziel der Erschaffung des Menschen durch Gott, denn der durch den Koran vorgestellte Mensch ist ein auserwähltes und erhabenes Wesen, das die Fähigkeit besitzt, göttlich zu werden. Im Islam ist der Mensch kein Geschöpf, das nur für die flüchtigen animalischen Freuden geschaffen wurde. Aber andererseits liegen in der Natur eines jeden Menschen ein Bedürfnis nach Liebe und Zuneigung und die Faszination für sie, so dass es für ihn sehr schwierig ist, allein zu leben. Der Mensch wird in seinem Leben von Nöten, Leiden, Erschwernissen und dergleichen heimgesucht, so dass es eines vertrauenswürdigen und treuen Weggefährten bedarf, der ihn durch Vertraulichkeit, Trost und Mitleid beruhigen kann, und dieser Weggefährte wird auch notwendig sein, um seine geistige Gesundheit zu gewährleisten.
Die beste Person, die diese natürlichen Bedürfnisse befriedigen kann, ist ein Ehepartner. In der islamischen Familie haben Frauen eine solche Rolle für ihre Männer und Männer für ihre Frauen. Imam Reza (a.s) sagt:
„Die Diener Gottes werden keinen besseren Nutzen haben als eine würdige Ehefrau, sofern sie ihren Ehemann glücklich macht, wenn er sie sieht, und sie sich und sein Vermögen in seiner Abwesenheit schützt.“[8]
Ja, der Islam hat den Menschen aufgefordert, in seinen Angelegenheiten nicht nur auf das Diesseits und die weltlichen Interessen zu achten und nicht gänzlich am Diesseits zu hängen, sondern bei allen Handlungen, sogar beim Essen, Trinken, Schlafen und Heiraten, das höchste Ziel zu verfolgen, nämlich Wachstum, Wissen und Erkenntnis und das Streben nach der Nähe Gottes, dem Allmächtigen. Demzufolge wird das Ziel eines frommen und gläubigen Menschen in der Ehe immer höher sein als die animalischen Ziele, und es wird ihm als eine heilige Anordnung erscheinen, die ihm hilft, Gottesfurcht und Nähe zu Gott zu erlangen.
Der Gesandte Gottes (s.a.a) sagte:
„Wer Gott in einem reinen Zustand begegnen will, muss heiraten.“[9]
Der Gläubige möchte der Tradition des Propheten folgen, um sein emotionales Bedürfnis durch eine legitime Regelung zu befriedigen und das sexuelle Bedürfnis zu lenken und zu kontrollieren. Durch die Bildung einer Familie und legitime Fortpflanzung hinterlässt er rechtschaffene Kinder, die in der religiösen Kultur als „baqiat-us-salihat“ – die bleibenden, rechtschaffenen Werke – verstanden werden.
Allah weist darauf hin:
„Und diejenigen, die sagen: ‘Unser Herr, schenke uns an unseren Gattinnen und unseren Nachkommenschaften Grund zur Freude, und mache uns für die Rechtschaffenen zu einem Vorbild.’“[10]
Die Familie besteht zunächst aus einer Frau und einem Mann, die eine rechtmäßige Ehe eingegangen sind. Die Ehe ist ein Vertrag, auf deren Grundlage die eheliche Beziehung zwischen Frau und Mann begründet wird. Es entsteht durch sie eine verwandtschaftliche Beziehung und beide Parteien haben neue Pflichten und Rechte. Die Familienmitglieder werden nicht nur rechtliche Beziehungen miteinander haben, sondern auch eine starke moralische und emotionale Verantwortung. Der Heilige Koran enthält besondere Themen in Bezug auf die Ehefrau und den Ehemann: Der Wert der Familie basiert laut Koran in erster Linie auf der Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen ihren zentralen Mitgliedern, d.h. Frau und Mann. Die ersten beiden Familienmitglieder schaffen ihr gemeinsames Leben durch Kennen und Einhalten der gegenseitigen Rechte, und wenn dieser Prozess auf der Grundlage von Zuneigung, Barmherzigkeit, Verständnis und fern von Egoismus andauert, werden sie die erwartete menschliche Vollkommenheit erreichen. Aus der Sicht des Korans stellt die Familie die Schule der Liebe und Barmherzigkeit dar. In Vers 21 der Sure (30) Rum lesen wir:
„Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch von euch selbst (von eurer Art) Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“
Dieser Vers enthält einige wichtige Punkte über die Familie, die untersucht werden müssen. Der Heilige Koran sagt in jenem Vers der Sure Rum: Für das gegenseitige Verstehen und für eine geeignete Verträglichkeit, erschuf Gott „Ehefrauen von euch selbst (von eurer Art)“. Nach dieser Interpretation führt die Beziehung und Verbindung zwischen Ehemann und Ehefrau, die eine der wichtigsten Bestandteile der Familie ist, aufgrund der Anpassungsfähigkeit und der Fähigkeit, sich zu verstehen, zu Wachstum, Aufblühen und Vervollkommnung ihrer, denn in jeder Lebens- und Wachstumsphase gibt es eine Reihe von inneren Bedürfnissen, die sich in Bezug auf andere zeigen und ein Spiegelbild der menschlichen inneren Bedürfnisse hinsichtlich seiner Wünsche und Ideale sein können.
Die Bindung zwischen Mann und Frau ist nichts anderes als eine rein freundschaftliche Bindung. Denn das Geheimnis einer glücklichen Familie ist, dass die Familienmitglieder gelernt haben, einander zu lieben und dies führt dazu, dass die persönlichen Schwächen und Stärken ohne jegliche Angst und Vorsicht innerhalb der Familie und beim Ehepartner offenbart werden.
Geduld, Liebe, Loyalität und gegenseitiges Vertrauen zwischen Frau und Mann schaffen die Grundlage dafür, die negativen Punkte der Persönlichkeit zu erkennen und durch Selbstentwicklung loszuwerden. Daher kann man sagen, dass die Familie eine Umgebung zur natürlichen Behandlung von Problemen sein kann. Der Prophet (s.a.a) sagte:
„Sitzt ein Mann bei seiner Familie, wird dies von Gott dem Allmächtigen mehr geliebt als die spirituelle Zurückgezogenheit (I’tikaf) in meiner Moschee.“[11]
Aus der Sicht des Islam ist die innere Unreinheit des Menschen schlimmer als seine äußeren Unzulänglichkeiten, und die Umgebung, in der die negativen Aspekte der Persönlichkeit ohne Angst vor Bestrafung in Erscheinung treten können, ist die Familie, denn in ihr ist es möglich, diese Schwächen loszuwerden. Mit der Kraft der Liebe und Zuneigung können die schwierigsten Ziele erreicht werden.
Moralische und religiöse Rechte und Pflichten
Da die Familie eine kleine Institution ist und mit mindestens zwei Personen gebildet wird, hat man in diesen Bereichen neben der emotionalen und liebevollen Beziehung auch untereinander moralische und religiöse Rechte und Pflichten, deren Einhaltung Lebensfrieden in menschlicher, emotionaler und moralischer Hinsicht gewährleistet.
- Gute Gemeinschaft
Gute Gemeinschaft bedeutet, dass das Paar in Freundlichkeit, Frieden und Herzlichkeit zusammenlebt und Streit, Beleidigung und Verleumdung vermeidet. Darüber was eine gute oder schlechte Gemeinschaft ist, gäbe es viel zu sagen. Aber im Allgemeinen sollten Sie für eine gute Beziehung all die Dinge unterlassen, die in der Gesellschaft als beleidigend und erniedrigend gelten und mit der Liebe zur Familie und der Liebe zwischen zwei Ehepartnern im Widerspruch stehen.
Derjenige, der das Haus und die Familie verlässt oder die Wünsche seines Ehepartners nicht beachtet, verhält sich beleidigend und dies ist mit dem Prinzip von einer guten Gemeinschaft unvereinbar. Grundsätzlich ist es nicht möglich, unter einem Dach zu leben, wenn es keine gute Gemeinschaft gibt.
Der Heilige Koran betont dies ausdrücklich:
„…und geht gütig mit ihnen um.“[12]
Auch der Heilige Prophet (s.a.a) sagte:
„Die tugendhaftesten Menschen in Bezug auf den Glauben sind die mit dem besten Charakter und die liebevollsten zu ihren Familien.“ [13]
Er sagte auch:
„Hat jemand eine Frau, die ihn verärgert, so nimmt Gott, auch wenn diese ihr ganzes Leben lang fastet, weder ihre Gebete noch ihre guten Taten an, und zwar so lange bis sie ihrem Mann hilft und ihn zufrieden stellt. Und auch für den Mann gelten die gleiche Sündenlast und die gleiche Strafe, wenn er seine Frau verärgert und sie unterdrückt.“[14]
Er sagt auch:
„Wisset, dass Gott und sein Gesandter von dem angewidert sind, der seine Frau so sehr verärgert, dass sie sich unter Verzicht auf die Brautgabe von ihm scheiden lässt.“[15]
Imam Sadiq (a.s) sagte:
„Verflucht, verflucht ist die Frau, die ihren Ehemann verärgert und traurig macht und glücklich, glücklich ist die Frau, die ihren Mann ehrt und nicht ärgert und ihm jederzeit gehorcht (außer bei verbotenen Dingen).“[16]
Auch im Qur’an wird die gegenseitige Verantwortung von Mann und Frau hervorgehoben:
„und ihnen (den Frauen) steht in rechtlicher Weise (gegenüber den Männern) das gleiche zu, wie (den Männern) gegenüber ihnen.“[17]
Und an anderer Stelle:
„Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, verrichten das Gebet und entrichten die Abgabe und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Gewiß, Allah ist Allmächtig und Allweise.“[18]
2. Der gute Umgang innerhalb der Familie
Es gibt zahlreiche Überlieferungen, die den guten Umgang innerhalb der Familie betonen und ihn als eine Voraussetzung für Glauben, Frömmigkeit und Nähe zu Gott darstellen Zusammenarbeit.
Eine weitere gemeinsame Verpflichtung für Paare, die genannt werden kann, ist der Geist der Zusammenarbeit in verschiedenen Lebensbereichen. Das islamische Recht hat die Versorgung der materiellen Bedürfnisse des Hauses als Pflicht des Mannes bestimmt, andererseits wurde die mütterliche Pflicht der Ehefrau überlassen, um einen guten Ausgleich in der Aufgabenteilung des Mannes und der Frau zu schaffen.
Allah sagt im Qur’an:
„Helft einander zur Güte und Gottesfurcht.“ (Sure 5:2)
Manchmal führt die außerhäusliche Erwerbstätigkeit eines Paares zu Mängeln im familiären Umfeld, und es ist die gemeinsame Pflicht des Paares, diese Mängel zu beheben, denn das liegt gleichermaßen in ihrer Verantwortung. Es ist weder die Pflicht der Frau allein noch die Pflicht des Mannes allein.
Ja, Paare haben die Pflicht, ernsthaft zusammenzuarbeiten, um die Grundlagen der Familie zu stärken und die Kinder großzuziehen.
Die materielle, moralische und geistige Stärkung der Familieninstitution erfordert die Mitarbeit des Mannes und der Frau, und entsprechend dieser Aufgabe muss das Paar angesichts gemeinsamer Schwierigkeiten geduldig sein und in angemessenem Umfang die wirtschaftliche Not oder Krankheit des Partners erdulden, um ein höheres Ziel zu erreichen und empathisch für einander da zu sein.
Der Gesandte Gottes (s.a.a) sagte:
„Oh Ali: Keiner dient seiner Familie außer der Wahrhaftige, der Märtyrer oder der Mann, für den Gott das Wohl dieser Welt und des Jenseits möchte.“[19]
- Beachtung emotionaler und sexueller Bedürfnisse
Im Bereich der Familie besteht ein weiterer gemeinsamer Punkt zwischen Paaren in der Aufmerksamkeit für die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse des anderen.
Jeder versteht mit ein klein wenig Nachforschen, dass emotionale und sexuelle Bedürfnisse zu den wichtigsten natürlichen Bedürfnissen des Menschen gehören, und Wissende bezeichnen diese beiden Bedürfnisse als göttliche Segnungen und heilige Phänomene.
„Und zu Seinen Zeichen gehört, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet. Und Er hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“[20] (Sure 30:21)
Emotionale Beziehung bedeutet, eine seelische, emotionale und psychische Beziehung zwischen Mann und Frau im Familiensystem aufzubauen, die durch Zeichen wie Ausdrücken der Liebe und Zuneigung des Herzens erkannt wird.
Da diese beiden Bedürfnisse mit der menschlichen Natur zusammenhängen, hat das islamische Recht einen Plan dafür und gewährleistet emotionale und sexuelle Gesundheit in der Bildung eines gesunden Familiensystems und in Übereinstimmung mit menschlichen moralischen Maßstäben. Tatsächlich werden in der islamischen Kultur, unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse von Mann und Frau innerhalb der Familie, geeignete Strategien für die individuelle und kollektive Exzellenz des Paares auf dem Boden der sexuellen und emotionalen Gesundheit vorgestellt, sodass, während die Bedürfnisse erfüllt werden, auch die Grundlage zum Wachstum des Paares geschaffen wird.
Islamische Texte betrachten es für Ehepaare als eine Art Pflicht und sogar Recht, auf die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse des anderen einzugehen.
Die Existenz richtiger emotionaler, sexueller und angemessener Beziehungen eines Ehepaares verhindert das Auftreten vieler familiärer Probleme und Schäden. Probleme wie emotionale Trennung, kaltes Temperament und sogar Schäden wie übertriebene Bindungen, die irrationale Strenge und Kontrolle verursachen. Jede dieser Schädigungen kann das Fundament der Familie erschüttern.
Das Vorhandensein von gesunden emotionalen und sexuellen Beziehungen wird das Paar von Entbehrungsgefühlen, Scheitern, psychischer Unsicherheit, Angst, Depression, Konzentrationsschwäche, Gewalt und vielen psychischen Phänomenen fernhalten, und die Partner werden in ihrem gemeinsamen Leben ein Gefühl der Ruhe empfinden. Dadurch werden viele psychische Erkrankungen gemindert oder ganz beseitigt. Aus der Sicht des Korans ist die Ehe eine gesegnete Angelegenheit, die Wirkungen wie Ruhe im Leben, Konzentration und dergleichen bringen wird, vorausgesetzt, dass der Mensch diese koranische Sicht in seinem Leben umsetzt. Gott hat das Erreichen seelischer und psychischer Ruhe von Familien in direkten Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit von Paaren gebracht, denn aus islamischer Sicht stehen emotionale und sexuelle Beziehungen nicht nur nicht im Widerspruch zur Spiritualität, sondern sind auch Teil der Biografie der Propheten und die großen Propheten betrachteten das Vorhandensein gesunder sexueller Beziehungen als förderlich für eine Zunahme an Zuneigung und einer Vertiefung der emotionalen Beziehungen zwischen den Partnern.
- Einhaltung von Sauberkeit und Zierde
Die Neigung des Menschen zu Schönheit und Pflege sowie zur Reinheit vor Schmutz ist ein perfektionistisches Bestreben, welches in der Natur eines jeden Menschen liegt. Das Gefühl der Freude an Zierde und Reinheit und die Wahrnehmung der Verhältnismäßigkeit von allem ist etwas, das mit der menschlichen Natur einhergeht und aufgrund seiner Bedeutung in den Offenbarungslehren beachtet wurde.
Allah sagt im Koran:
„In ihr sind Leute, die sich gerne reinigen, und Allah liebt die sich Reinigenden.“[21]
Imam Sadiq (a.s) führt als Antwort auf eine Frage von einem der Gefährten über die Pflichten eines Mannes im Leben die Einhaltung der Sauberkeit an:
„… Es ist für einen Mann verpflichtend, für Essen und Kleidung seiner Frau zu sorgen und ihr nicht mit einem ungepflegten Gesicht und schlechtem Aussehen zu erscheinen. Wenn er das tut, hat er seine Pflicht erfüllt.“[22]
In einer anderen Rede sagte Imam Baqir (a.s):
„Frauen sehen gerne in ihren Männern, was Männer gerne in Frauen sehen: Zierde.“[23]
Der Heilige Prophet Gottes sagte über die Zierde einer Frau für ihren Ehemann:
„Eine Frau sollte sich (für ihren Mann) mit den wohlriechendsten Düften parfümieren, sich auf die beste Art und Weise schminken und ihre besten Kleider tragen…“[24]
Zur Verhaltenspraxis des Heiligen Propheten (s.a.a) gehört auch Sauberkeit; in den Worten von Imam Sadiq (a.s) heißt es:
„Der edle Prophet gab mehr für einen wohlriechenden Duft als für Essen aus.“[25]
In der prophetischen Tradition ist die Frage der Zierde und der Aufmerksamkeit für das äußere Erscheinungsbild so wichtig, dass er diejenigen beanstandete, die sich dieser Angelegenheit nicht bewusst waren.
Ibn Abbas überliefert:
„Der Prophet (s.a.a) warnte eine seiner Frauen, die zerzaustes Haar und ein ungepflegtes Aussehen hatte, und beanstandete ihr Aussehen.“[26]
Imam Kadhim (a.s) sagte:
„Gepflegt und ordentlich zu sein ist eines der Dinge, die bei Frauen die Keuschheit erhöhen, und einige Frauen verließen die Keuschheit, da ihre Männer nicht auf Sauberkeit und Schönheit geachtet haben.“[27]
Sauberkeit und Schönheit eines Paares vermitteln beiden eine Botschaft von Wichtigkeit und Aufmerksamkeit, und eine solche Botschaft hat einen großen Einfluss auf die Schaffung von Vertrauen und Zuversicht zwischen ihnen. Sie steigert die Liebe zwischen ihnen und verstärkt ihre Gefühle.
Diese Dinge helfen, die psychische Gesundheit der Familie zu erhalten, stärken die Familie, das Gleichgewicht und die Entwicklung der Gesellschaft und schaffen letztendlich soziale Sicherheit.
- Empathie und Beteiligung
Eines der gemeinsamen Rechte und Pflichten von Ehemann und Ehefrau sind Empathie und Beteiligung an der Verwaltung der Haushaltsangelegenheiten.
Die Familie als geschlossene Einheit braucht die Empathie ihrer Mitglieder, um das notwendige Wachstum zu erreichen. Außerdem erfordert ihr kontinuierliches Wachstum, bis es die Erhabenheit erreicht, Empathie und Beteiligung an Familienangelegenheiten.
Empathie bedeutet zunächst, zu verstehen, was in der Person gegenüber vor sich geht. Das heißt, die Paare begegnen einander mit einem offenen Herzen, das dadurch in der Lage sein wird, die Gefühle und Emotionen der anderen Partei zu verstehen.
Da ein Zusammenleben von Paaren ohne Berücksichtigung der Kommunikationsregeln nicht möglich ist, wird mit der Bildung von Empathie zwischen ihnen auch die Grundlage für ein gesundes Gespräch zwischen ihnen geschaffen. Es ist natürlich, dass wenn eine Seite eines Paares im gemeinsamen Leben merkt, dass ihre Gefühle ignoriert und ihre Emotionen nicht erwidert werden, sie kein richtiges und gesundes Gespräch führen kann, worauf Missverständnisse folgen und die Beziehung des Paares sich allmählich verschlechtert.
Die zweite Stufe der Empathie stellt die Beteiligung an der Haushaltsführung dar. Die religiösen Lehren des Islam teilen die Pflichten der Familienmitglieder so auf, dass sich jedes Familienmitglied für die Familie verantwortlich fühlt, wobei die Vernachlässigung dieser Verantwortung die Familienordnung stört.
Es stimmt, dass ein Teil der Hausarbeit nicht in der Verantwortung der Frau oder des Mannes liegt, die Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen den beiden ist jedoch wichtig. Diese Partnerschaft schafft die Grundlage für Verständnis, Liebe und Intimität zwischen ihnen und wird der Familie Freude und Glück bringen.
„Ein Mann hat kein Recht, seine Frau zu zwingen, im Haushalt zu arbeiten“ bedeutet nach islamischer Rechtsprechung, dass es für eine Frau nicht verpflichtend ist, die Hausarbeit zu erledigen, aber moralisch betrachtet, beteiligt sich eine Frau an der Hausarbeit aufgrund von Empathie und im Sinne einer fröhlichen Atmosphäre. Auf diese Weise zeigt sie ihre Zuneigung für ihre Familie.
Der Heilige Prophet (s.a.a) sagt:
„Gott, der Allmächtige, blickt auf jede Frau, die im Haus ihres Mannes etwas bewegt, um es zu verschönern, und Gott peinigt keinen, auf den Er blickt.“[28]
Der Prophet (s.a.a) ermutigt ebenfalls die Männer zu Arbeiten im Haushalt und zur Unterstützung ihrer Ehefrauen:
„O Ali, der Familie zu dienen gilt als Sühne für die schweren Sünden (von jemandem) und stillt den Zorn Gottes gegen ihn, … und es vermehrt die Güte und den Rang dieser Person. O Ali, drei Gruppen fühlen sich verpflichtet, der Familie zu dienen. Neben den Wahrhaftigen und den Märtyrern sind es die Menschen, für die Gott das Gute in dieser Welt und im Jenseits bestimmt hat.“[29]
Imam Khomeini, möge Gott ihm gnädig sein, hat in seinem Privatleben Aufmerksamkeit und Liebe für die Familie praktiziert. Trotz seiner vielen Arbeit und wichtigen Angelegenheiten vernachlässigte er nie sein Zuhause und seine Familie. Er nahm sich ernsthaft Zeit für seine Familie, schrieb ihr Briefe, hatte Pläne für sie, sprach mit ihr über seine Arbeit und scherzte mit ihr.
Aus der Sicht des Heiligen Koran ist Liebe ein notwendiges Thema für die Gründung einer Familie:
„Und zu Seinen Zeichen gehört, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet. Und Er hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit gesetzt.“[30]
Tatsächlich ist Liebe der Stimulus für die Entstehung des Lebens und wird als eine wichtige und grundlegende Sache für die Fortsetzung der Fröhlichkeit in einer Familie betrachtet. Der Einfluss der Liebe im Leben ist so stark, dass immer dann, wenn einer der Ehepartner das Gefühl hat, dass sein Partner ihn vernachlässigt und seine Liebe im Vergleich zur Vergangenheit nachgelassen hat, er/sie sich unbewusst wertlos fühlt und infolgedessen die guten Beziehungen in dieser Familie abnehmen und schwach werden.
An der Lebenspraxis von Imam Khomeini, möge Gott ihm gnädig sein, lässt sich deutlich ablesen, wie sehr er auf die seelischen und psychologischen Bedürfnisse seiner Frau und seiner Familienmitglieder achtete. Dies sieht man an den Briefen an seine Frau und die Familienmitglieder, welche angefüllt sind mit liebevollen und herzerwärmenden Worten.
Auch das Kind nimmt in den Augen von Imam Khomeini (r.a) einen besonderen Platz ein. Er sieht das Kind als einen kleinen Menschen, aber mit einer großen Seele und der Sensibilität eines Erwachsenen. Ein Kind hat ein großes Potenzial, Mensch zu werden. Was das Kind der Menschwerdung näher bringt, ist die Schaffung der Grundlage für Wachstum zusammen mit einer angemessenen Erziehung, und dies kann auch im praktischen Leben des Imams (r.a) gesehen werden. Inspiriert von der Quelle der Offenbarung und nach dem Vorbild der Ahl al-Bayt (a.s) war er in der Lage, umfassende und vollständige Pläne für die Erziehung seiner Kinder zu erarbeiten und bei seinem Umgang mit seinen Kindern umzusetzen.
Auf die materiellen und emotionalen Bedürfnisse eines Kindes zu achten und darauf einzugehen, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Erwachsenen und Erziehern.
Liebe zu einem Kind auszudrücken ist sehr wichtig im Leben der Unfehlbaren (a.s). Imam Sadiq (a.s) zitiert den Propheten (s.a.a) mit den Worten:
„Wenn jemand seine Kinder küsst, wird Gott dies in das Protokoll der guten Taten schreiben, und wer sein Kind glücklich macht, den wird Gott am Tag des Gerichts glücklich machen.“[31]
Auch im Leben der Unfehlbaren (a.s) ist das Spielen mit einem Kind eine ernste Angelegenheit und fördert seine Entwicklung. Imam Ali (a.s) sagt:
„Jemand, der ein Kind hat, soll mit ihm kindlich sein.“[32]
Kindheit erfordert Verspieltheit und der verstorbene Imam (Khomeini) war mit der Welt der Kinder vertraut, und neben dem Ausdruck seiner Liebe zu seinen Kindern war es für ihn eine Pflicht, mit ihnen zu spielen oder bei ihrem Spiel anwesend zu sein.
- Sorgerecht der Kinder
Zu den Pflichten im Islam, die für beide Ehepartner als notwendig erachtet werden, gehören der Unterhalt und die Erziehung gemeinsamer Kinder, was in der religiösen Tradition als „Sorgerecht“ verstanden wird.
Es ist zu beachten, dass das Sorgerecht bzw. die Fürsorge der Kinder ein unveräußerliches Recht ist, so dass unter normalen und nicht außergewöhnlichen Umständen kein Elternteil die notwendige Fürsorge und Aufmerksamkeit für seine Kinder verweigern kann.
Daher ist es gemeinsame Aufgabe der Eltern, für die Kinder zu sorgen, ihre Gesundheit zu erhalten und ihren Körper und Geist zu pflegen sowie auf ihre Erziehung und Bildung zu achten. Es sollte beachtet werden, dass eine gesunde Erziehung und Bildung von Kindern Mitdenken, Ernsthaftigkeit und Zusammenarbeit zwischen Mann und Frau erfordert.
Einerseits hat der Vater eine größere Verantwortung bei der Erziehung des Kindes, andererseits ist die Rolle der Mutter viel sensibler und konstruktiver, was in Kombination miteinander noch mehr Erfolg verspricht.
Imam Sajjad (a.s) legt in seiner Abhandlung über das Gesetz die Pflichten der Eltern gegenüber ihren Kindern fest, deren Ergebnis wie folgt lautet:
1- Das erste Recht des Kindes gegenüber den Eltern ist, dass sie wissen, dass es, sei es schlecht oder gut, von ihnen ist und mit ihnen verwandt ist. Sie sind also dafür verantwortlich, es zu ernähren, zu disziplinieren und zu Gott zu führen und ihm zu helfen, zu gehorchen.
2- Sein anderes Recht ist es, mit dem Glauben erzogen zu werden.[33] Kinder, die von Anfang an mit dem Glauben an Gott erzogen werden, haben einen starken Willen und einen starken Geist.
3- Die Notwendigkeit, das Kind zu respektieren, ist ein weiteres Recht des Kindes gegenüber den Eltern. Wenn das Kind respektiert wird, wird es zu Hause den Eltern gegenüber weniger ungehorsam sein. Der Prophet (s.a.a) sagte: „Respektiert eure Kinder und pflegt gute Umgangsformen mit ihnen.“
4- Ein weiteres Recht ist das Bemühen der Eltern, die Natur der Ehrlichkeit in ihren Kindern zu kultivieren. Eine der Pflichten der Eltern bei der Erziehung eines Kindes ist es, ehrliche Kinder zu erziehen. Eltern sind verpflichtet, sich zu Hause so zu verhalten, dass sich ihre Kinder an Wahrheit und Ehrlichkeit gewöhnen, denn nach der Überlieferung des Großen Propheten (s.a.a) heißt es: „Erlösung ist in der Wahrheit und Verderben in der Lüge.“
- Eine weitere Pflicht der Eltern besteht darin, für ihre Kinder zu beten. Eltern müssen neben dem Streben nach Bildung und Erziehung, für ihre Kinder, für ihr diesseitiges und jenseitiges Wohl, für deren Lebenserfolg und Glück beten. Bittgebete der Eltern für ihre Kinder haben nicht nur ihre erzieherische Wirkung, sondern werden auch erhört. Wie Imam Sadiq (a.s) sagt: gibt es Bittgebete, die bei Gott nicht verschleiert bleiben und mit Sicherheit beantwortet werden: Erstens das Gebet eines Elternteils für ein Kind, das seinen Eltern gegenüber wohltätig ist; Und ihr Gebet, wenn sie das Kind verfluchen.[34]
Imam Sajjad (a.s) hinterließ ein Bittgebet, dessen erster Teil wie folgt lautet:
„Allah unser, schenke mir die Gunst, dass meine Kinder verbleiben, dass sie in guten Zustand versetzt werden und dass ich glücklich werde durch sie. Mein Gott, verlängere ihr Leben für mich. Vermehre ihre Lebensspanne für mich. Erziehe für mich die jüngeren von ihnen und stärke für mich die Schwachen von ihnen. Mache für mich ihre Körper, ihre Religion und ihre Moral gesund. Schenke ihnen Unversehrtheit in ihren Seelen, ihren Gliedern und bei allem, was mich angeht von ihren Angelegenheiten. Lasse für mich und durch meine Hände reichlich ihren Unterhalt fließen…“[35]
[1] Makarim al-Achlaq, Tabarsi, S. 216.
[2] Koran 4:36.
[3] Koran 30:21.
[4] A’yan al-Schia, Sayyid Amin, B. 5, S. 206.
[5] Bihar al-Anwar, Majlisi, B. 100, S. 222.
[6] Tuhaf al-Uqul, Harrani, S. 202.
[7] Koran 2:187.
[8] Wasail al-Schia, Hurr al-Amili, B. 14, S. 7.
[9] Wasa’il al-Schia, Hurr al-Amili, B. 14, S. 25.
[10] Koran 25:74.
[11] Tahrir al-Mawa’iz al-Adadiyya, Mischkini, B. 1, S. 44.
[12] Koran 4:19.
[13] Bihar al-Anwar, Majlisi, B. 68, S. 386.
[14] Mizan al-Hikma, Rayschahri, B. 5, S. 101.
[15] Bihar al-Anwar, Majlisi, B. 101, S. 164.
[16] Bihar al-Anwar, Majlisi, B. 100, S. 253.
[17] Koran 2:28.
[18] Koran 9:71.
[19] Bihar al-Anwar, Majlisi, B. 101, S. 132.
[20] Koran 30:21.
[21] Koran 9:108.
[22] Usul al-Kafi, Kulaini, B. 5, S. 511.
[23] Makarim al-Achlaq, Tabarsi, S. 80.
[24] Usul al-Kafi, Kulaini, B. 5, S. 508.
[25] Makarim al-Achlaq, Tabarsi, S. 43.
[26] Usul al-Kafi, Kulaini, B. 5, S. 118.
[27] Usul al-Kafi, Kulaini, B. 5, S. 509.
[28] Amali, Saduq, S. 496.
[29] Mustadrak al-Wasa’il, Nuri, B. 13, S. 49.
[30] Koran 30:21.
[31] Bihar al-Anwar, Majlisi, B. 7, S. 304.
[32] Mizan al-Hikma, Rayschahri, B. 13, S. 479.
[33] Unter anderem sollten die Eltern ihre Kinder in der Religionspraxis unterweisen und durch eigenes Vorbild beständig im Glauben führen: „Und befiehl deinen Angehörigen, das Gebet (zu verrichten), und sei beharrlich darin“ (Koran 20:132).
[34] Tuhaf al-Uqul, Harrani, S. 263.
[35] Al-Sahifat al-Sajjadiyya, 25. Bittgebet.
